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Publikationen/02_Bücher/01_DasLebenIstSchoen/DasLebenIstSchoenV2.md
2026-06-23 23:07:47 +02:00

195 lines
29 KiB
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title: "Das Leben ist schön V2"
author: "Dr. Thomas Sindt"
language: "de_DE"
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# Das Leben ist schön oder wie wir in Beziehungen überleben können
## Einleitung:
**Ich denke also bin ich, denk ich positiv gewinn ich** (Fantastischen Vier)
Wenn Ihr die Einleitung gelesen habt, braucht Ihr vielleicht gar nicht weiter lesen. Wenn Ihr es dann doch genauer wissen wollt ... Naja, lest die entsprechenden Kapitel.
Ich habe das Buch extra sehr kurz gehalten. Vielleicht ist es auch eher eine Broschüre. Aber es gibt so viele tolle Bücher zu den ganzen Themen. Das brauche ich nicht alles neu aufzurollen.
Warum schreibe ich überhaupt so ein Buch und warum glaube ich, ich könnte überhaupt etwas zu diesem Thema schreiben. Ach ja, worum geht es überhaupt. Es geht um die Liebe. Größer hätte ich es auch nicht wählen können, aber ich bin in das Erwachsenen-Leben entlassen worden, ohne, dass mich jemand darauf vorbereitet hätte. Natürlich wurde ich aufgeklärt. Das war auch alles schön und gut. Aber auf die Liebe hat mich niemand vorbereitet. Da musste ich mit vielen schmerzhaften Versuchen selber raus finden wie es geht (wer ließt schon Ratgeber?).
Nun ist auch der letzte Versuch schmerzhaft vielleicht gescheitert, wir wissen es noch nicht, aber wir haben doch so einiges aus Unwissenheit verbockt. Nach nun fast 20 Jahren, eine meiner längsten Beziehungen. Und trotzdem ist meine Frau dann 2023 Fremdgegangen und wenn ich heute so drüber nachdenke, kann ich es ihr nicht einmal verübeln.
Ich hab mich deswegen nun schon länger mit diesen ganzen Themen beschäftigt und bin nun zu meiner eigenen Sichtweise gekommen, die ich hier einmal zum Besten geben möchte. Ich behandel das ganze hier nicht Wissenschaftlich. Ich habe hier nicht zitiert. Zur Warnung: Ich habe Informatik studiert, also Angewandte Philosophie. Ich versuche, dass Ganze möglichst logisch anzugehen, was wahrscheinlich auch schon der erste Fehler ist.
### Der Top - Down Ansatz:
Ich nenne hier das Konzept einmal den **Top - Down Ansatz**.
Damit wir in einer Beziehung glücklich zusammen sein können, müssen wir glücklich mit uns selber sein! Oft sind wir schon mit uns unglücklich. Wie sollen wir da mit anderen glücklich werden? Wir sind unzufrieden, gestresst und unsere Bedürfnisse werden vielleicht nicht erfüllt. Die eigentlichen Ursachen liegen häufig gar nicht in der aktuellen Situation (die ist eher ein Ergebnis) sondern in unserer Vergangenheit.
Hier können wir lernen warum wir so sind wie wir sind. Wir merkten so schneller, ob wir bewusst reagieren, oder ob wir getriggert werden. So können wir, je mehr wir lernen, uns bewusst entscheiden, wie wir reagieren möchten. Wir lernen auch, was für ein Bindungstyp wir sind, wie sich dieser in Beziehungen auswirkt und was das mit Selbstliebe zu tun hat. Habe ich genug Selbstliebe kann ich andere lieben ohne abhängig zu sein. Damit Du mehr Selbstliebe entwickelst, kannst Du verschiedene Methoden anwenden. Zum Glück kann man sich Glück einreden.
Wenn wir diesen Punkt erreicht haben, können wir uns um die Themen Verliebtheit, Liebe und Bindung kümmern. Dazu gehören die verschiedenen Phasen, die es da gibt, die Übergänge und Folgen in den jeweiligen Phasen. Kennen wir die, können wir diesen nach besten Wissen und Gewissen ausweichen.
Das geht am besten durch Kommunikation. Wenn wir mit dem Partner, der Partnerin reden können, ist schon viel gewonnen. Und damit meine ich wirklich miteinander reden über Gefühle, Bedürfnisse, etc. und nicht nur organisatorisches. Wenn wir gut miteinander Reden können entsteht auch wieder Nähe, die uns als Paar zusammen hält!
So gehen wir einmal runter in die Tiefen des eigenen Ichs um dann die Beziehung, sofern noch möglich, wieder von hinten aufzurollen.
Ist doch eigentlich ganz einfach, oder?
### Sonst noch was?
Ja, die bereit erwähnte Liste der Bücher habe ich hinten mit dran gehängt. Vielleicht ist ja was spannendes für Euch mit dabei.
## Unzufrieden in der Beziehung?
**Pink has turned to blue** (Hüsker Dü)
Ja natürlich, sonst würde ich das nicht schreiben und Ihr das nicht lesen. Also sind wir unzufrieden mit unserer Beziehung oder unseren Beziehungen.
Vielleicht seit geht Ihr Euch auf die Nerven, oder einer von Euch zieht sich zurück und im Zweifel klammert der andere. Ihr redet vielleicht nicht mehr miteinander oder schreit Euch nur noch an. Und wenn Ihr schon mal normal miteinander redet, dann ist es meist nur noch was organisatorisches. Ihr habt viel Stress im Alltag, nicht zwingend miteinander, aber vielleicht wegen Job und/oder Kindern. Ihr fühlt Euch übervorteilt oder ausgenutzt. Ihr setzt keine Grenzen und fühlt vielleicht auch nichts mehr. Ihr fühlt Euch nicht wertgeschätzt und der achtsame Umgang ist zwischen Euch vielleicht auch nicht zu erkennen. Eure Erwartungen und Bedürfnisse werden nicht mehr gefüllt. Vielleicht ist auch schon der ein oder andere Fremdgegangen. Kann alles passieren.
Dabei war doch alles am Anfang so toll und ihr konntet stundenlang reden und zusammen sein und der Himmel war rosa. Wo ist die Begeisterung füreinander hin?
Na ja, da kommen einige Dinge zusammen im Laufe der Zeit, in der wir zusammen sind. Die erste Phase ist die rosarote Brille, die wir alle kennen. Wir wollen nur Zeit mit dem anderen verbringen und die Schrullen sind uns total sympathisch. Eine gewisse Zeit geht das gut und dann kommt immer mehr der alltägliche Stress oder vielleicht auch nur der Alltag in die Beziehung und wir merken gar nicht, dass das Gefühl der Verliebtheit mit der Zeit verschwindet. An diesem Punkt gibt es nun verschiedene Möglichkeiten. Zum einen können wir, wenn wir denn entsprechend vorbereitet sind, diese Phase in eine tolle Liebesbeziehung münden lassen oder sie geht in die Brüche. Und das unterschiedlich schnell. Da wir häufig nicht darauf vorbereitet sind, zumindest hat es bei mir ein wenig mit der Erkenntnis gedauert, scheitern diese Beziehungen leider nach der Verliebtheitsphase.
Das liegt aber in der Regel nicht an dem anderen, sondern hauptsächlich auch an uns selbst (bzw. der/die Andere kann natürlich ähnliche Probleme haben und beide können daran arbeiten.). Das ist keine Schuld, sondern einfach oft ein unbewusster Zustand. Vielfach passiert es aus Gründen, dass der/die Partnerin nicht mehr immer unsere Bedürfnisse erfüllt und auch wir bringen nicht mehr so häufig die Kraft auf, die Bedürfnisse des anderen zu erfüllen. Wir fühlen uns dann vielleicht nicht mehr geliebt, was natürlich so nicht stimmt, aber wer kann schon gegen Gefühle reden? Im Hintergrund ist es aber oft so, dass wir nicht genug Selbstliebe und Selbstachtung mitbringen. Das war wahrscheinlich schon vor der Beziehung so und nach der Verliebtheitsphase wird es uns unbewusst wieder bewusst und wir tappen in die gleichen Fallen und Mustern, wie wir sie eigentlich schon aus den vorherigen Beziehungen kennen sollten.
Wenn wir es also schaffen, genug Selbstliebe nach der Verliebtheitsphase zu haben, dann können wir die andere Person in unsere Liebe rein lassen und werden nicht von ihr abhängig. Haben wir zu wenig Selbstliebe, dann wollen wir wahrscheinlich fliehen oder klammern. Die meisten mir bekannten Beziehungsprobleme resultieren nun genau daraus.
## Was stimmt mit mir nicht?
Nichts oder Alles! Kommt drauf an, wie Du das siehst. Im Prinzip sind wir so OK, wie wir sind. Das muss uns klar sein. Aber warum fühlen wir uns dann nicht (immer) OK? Das könnte u.A. daran liegen, dass wir abhängig von unserem Partner, unserer Partnerin sind, ohne es direkt zu merken. Oder vielleicht auch, dass wir mehr Freiheit brauchen, mehr Zeit für uns selbst zur Selbstverwirklichung. Es kann natürlich auch sein, dass wir nicht mehr alle Bedürfnisse unseres Partners erfüllen (können) und umgekehrt natürlich auch. Die Kraft, die wir anfangs in der Beziehung hatten, ist dann einfach nicht mehr da.
Stress ist auch ein ganz wichtiger Faktor in dieser Gleichung. Als Paar kommt es mit der Zeit immer dazu, dass sich Stress einschleicht. Dieser sog. externe Stress kann z.B. durch den Job kommen, durch Kinder oder auch durch Pflege oder andere Ereignisse im Leben. Dieser Stress klaut einem aber die Kraft, die wir sonst in die Erfüllung der Bedürfnisse gesteckt haben. So kann es passieren, dass aus diesem externen Stress schleichend auch interner Stress wird. Wir fühlen uns dann vielleicht nicht mehr so geliebt und/oder sind genervt von den Anderen weil diese Person nicht mehr so unsere Bedürfnisse erfüllt, wie vorher und wir das aber auch nicht mehr so tun, wie am Anfang.
Wir werden uns ja später noch mit den Phasen der Liebe beschäftigen, aber soviel schon mal vorweg. Die Verliebtheitsphase zu Beginn einer Beziehung ist eigentlich eine Sucht (Forschende haben herausgefunden, dass Verliebtheit wie Kokain wirkt im Gehirn; ob das jetzt für Kokain spricht, weiß ich nicht). Wenn diese Phase sich dem Ende nähert, z.B weil immer mehr externer Stress in eine Beziehung eindringt, dann wirkt das ein wenig, wie Entzug und Entzug ist eigentlich Stress pur. Viele Beziehungen scheitern dann auch genau an diesem Punkt. Und manche springen deswegen von einer Verliebtheit in die nächste, um, frei heraus gesagt, den Pegel zu halten und eben nicht in den Entzug zu kommen. Viele Paar-Börsen verdienen mit diesem Entzug viel Geld.
Wenn wir es aber schaffen, die Beziehung auch nach dem Entzug noch aufrecht zu erhalten, haben wir die Chance, eine wunderbare Liebesbeziehung einzugehen und aufzubauen. Warum aber fällt es und so schwer? Weil wir, und das ist meine Hypothese, vielfach über zu wenig Selbstliebe verfügen.
Vor einiger Zeit habe ich mal einen schönes Beispiel gelesen. Jeder Mensch hat eine Tonne voll Liebe und diese Liebe ist bei einem ausgeglichenen Menschen gefüllt zu einem halben Teil mit Selbstliebe und je zu einem Viertel mit gebender Liebe und empfangener Liebe. So ein Mensch ruht in sich und kann Beziehungen eingehen, ohne abhängig zu werden.
Wenn wir uns frisch verlieben ist es aus biologischen Gründen nicht ausschlaggebend, in welchen Verhältnissen die Selbstliebe zu den anderen beiden Formen der Liebe stehen. Hier geben wir viel Liebe und wir empfangen genug Liebe und unsere Bedürfnisse sind entsprechend erfüllt und so glücklich fühlen wir uns auch. Wenn wir aus unserer Verliebtheitsphase raus kommen und wir nicht über genug Selbstliebe verfügen (weil wegen Stress, Misserfolge, sonstiges, etc.) versuchen wir diese Lücke über gebende und empfangene Liebe zu kompensieren und werden ggf. so von dem anderen abhängig. Wir reagieren mit Klammern oder Flüchten, je nach unseren aktuellen Bedürfnissen.
Wenn diese nicht erfüllt werden vom jeweils anderen kann es dann auch passieren, dass wir uns weniger wertgeschätzt und geachtet fühlen. Je nach meiner Persönlichkeit kann auch das die Selbstliebe reduzieren, bzw. den Mangel an Selbstliebe aufzeigen. Wie bei einem Entzug merken wir dann, dass uns was fehlt und das wollen wir wieder kompensieren.
Unserer Beziehung tut das nicht gut und ggf. reagiert unser Gegenüber ebenso. Natürlich ist das hier jetzt sehr vereinfacht dargestellt und diese Prozesse verlaufen meist sehr schleichend und sind meist noch flankiert von Kommunikationsproblemen aller Art. Wir merken es häufig gar nicht mal rechtzeitig.
In der Quintessens kann ich aber sagen, wenn wir nicht über ausreichend Selbstliebe verfügen, können wir auch anderen Menschen gegenüber keine Liebe empfinden und Geben. Damit ist ausdrücklich NICHT die Verliebtheit gemeint. Ich kann mich auch ohne ausreichend Selbstliebe in andere verlieben. Ich kann aber diese Liebe schwer aufrecht erhalten, wenn diese Phase zu Ende ist. Für eine gute und lang angelegte Liebesbeziehung brauche ich zuerst einmal viel Selbstliebe. Ich habe mal gelesen, dass Liebe nicht weniger wird, wenn ich sie teile, aber ich muss wenigstens über welche verfügen, die ich teilen kann. Wenn ich dieses Thema nicht angehe scheitern höchstwahrscheinlich alle Beziehungen nach der Verliebtheitsphase. Aber auch später kann es sein, dass ich meine Selbstliebe verliere oder sie weniger wird. Auch dann ist meine Beziehung ggf. in Gefahr.
Aber warum habe ich zu wenig Selbstliebe? Woran kann das liegen?
## Vielleicht an unserer Vergangenheit?
Wenn Ihr Euch mal versucht an die Kindheit zu erinnern, also wirklich zu erinnern, werdet ihr wahrscheinlich feststellen, dass es gar nicht so viele Erinnerungen gibt. Vieles haben wir aus der Kindheit vergessen. Was allerdings tief in uns vergraben sind, sind die nicht erfüllten Bedürfnisse, die wir als Kind hatten. Dazu kommen noch aus der Erziehung und dem Umfeld, welches uns geprägt hat, noch die Glaubenssätze, die wir als Kinder aufgebaut haben. Und glaubt es oder nicht, aber diese unerfüllten Bedürfnisse und die tief vergrabenen Glaubenssätze steuern unser Verhalten auch heute noch. Und das Tolle ist, wir bekommen es gar nicht mit. Und das schauen wir uns jetzt einmal genauer an.
### Unser inneres Kind
Unser inneres Kind kommt sehr häufig dann zum Vorschein, wenn wir in einer aktuellen Situation getriggert werden. Dieses getriggert werden ist in vielen Fällen eine unterbewußte Reaktion auf die aktuelle Situation, die unser Gehirn mit einer negativer Erfahrung aus unserer Kindheit assoziiert (im wesentlichen automatisch).
### Unsere Glaubenssätze
Glauben versetzt Berge und genau darum wird es in diesem Kapitel gehen.
Glaubenssätze bestimmen im Wesentlichen, wer wir sind und wie wir wahrnehmen und auch auf was, sowie wie wir darauf reagieren. Wertfrei kann ein Glaubenssatz als eine persönliche Meinung gesehen werden, von der wir überzeugt sind.
Sie entstehen in unserer Kindheit, durch Erziehung, unsere Umwelt, unsere Beziehungen und vieles mehr. Diese Glaubenssätze verankern sich tief in unserem Unterbewusstsein und agieren als *Inneres Kind*, ohne das wir darauf einen bewussten Einfluss haben.
Sie definieren sich durch unsere Sprache und filtern unsere Wahrnehmung. Sie entscheiden, ob wir erfolgreich sind, oder nicht, wie wir in Beziehungen leben, wie wir Grenzen setzen, welche Werte uns definieren und wie Wertschätzend und Achtsam wir kommunizieren. Glaubenssätze sind nicht statisch. Sie können sich ändern, sowohl aktiv durch ein persönliches Wollen, als auch passiv, durch alles, was uns passiert. Glaubenssätze treiben uns in Depressionen und tiefe innere Konflikte aber sie machen uns auch erfolgreich.
Wir können viele Glaubenssätze in uns tragen, die wir zu sog. Glaubenssystemen zusammen führen.
Ein Glaubenssatz, der mich persönlich prägte, wurde mir von meinem Opa mitgegeben und ich werde nicht müde, ihn immer mal wieder anzuführen: *Man gewinnt immer an Erfahrung (Herbert Hermann)*. Tony Robbins hat ihn in seinem Buch *Grenzenlose Energie* in etwa so erklärt: *es gibt keine Misserfolge, es gibt nur Resultate*. Durch solche Glaubenssätze können wir, in diesem Falle, positiv nach vorne blicken. Es gibt nach diesen Beispielen hier keinen Misserfolg. Auch wenn ich noch nicht mein Ziel erreicht habe mit einer Aktion, so bin ich doch um eine Erfahrung reicher, die mich entweder dichter an mein Ziel bringt, oder mir vielleicht im Resultat aufzeigt, wo ich nicht weiter langgehen sollte. So prägt mich dieser Glaubenssatz z.B. da zu, eher positiv nach vorne zu blicken. Meine persönliche Abwandlung dieser Glaubenssätze ist *Wird schon!* (Thomas Sindt).
#### Was sind nun konkret Glaubenssätze
Unser Glaube ist maßgeblich dafür verantwortlich, ob wir Erfolg haben, oder auch nicht. Es ist der Glaube, der ein Medikament in Form eines Placebos wirken lässt.
Glaubenssätze sind Sätze, die uns glauben machen wollen, dass etwas funktioniert oder auch eben nicht. Das etwas richtig oder falsch ist. Die Kombination dieser Glaubenssätze bestimmt, was wir in der jeweiligen Situation erreichen können oder eben auch nicht, wenn wir nicht daran glauben. Wir haben ein entsprechendes Glaubenssystem. Daraus folgt, nicht alle Glaubenssätze sind negativ. Aber Glaubenssätze, die negativ sind, z.B. *Es ist unmöglich, Erfolg zu haben, Lieben zu können, Nähe zu spüren, etc.*, schränken real unsere Möglichkeiten ein erfolgreich, glücklich oder was auch immer gewünscht ist zu sein. Diese negativen Glaubenssätze gilt es gehen zu lassen. Positive Glaubenssätze verstärken unsere Möglichkeiten auf Erfolg und diese gilt es zu behalten und nach Möglichkeit auszubauen.
Die Glaubenssätze, die wir vor allem in der Kindheit und im jungen Erwachsenenalter gelernt haben bestimmen darüber, was wir fühlen, wie wir uns fühlen und wie glücklich und/oder erfolgreich wir sind. Es ist deswegen wichtig, Deine negativen und verneinenden Glaubenssätze immer wieder auf den Prüfstand zu stellen (wichtig, Du musst sie auch erst mal als solche erkennen und wahrnehmen und auch annehmen).
Der Glaube, und somit auch direkt die Glaubenssätze scheinen direkt mit den Nerven verbunden zu sein. Das, was ich dem Gehirn durch meine Erwartungshaltung, ein anderes Wort für Glaubenssatz, sage, setzt dieses dann auch um. Der Glaube steuert auch die Interpretation der aktuellen Situation, des aktuellen Zustands und gibt dem Gehirn somit eine entsprechend gefilterte Repräsentation der Realität und steuert somit auch wieder direkt die sich für unser Gehirn daraus ergebenden Handlungsmöglichkeiten und deren Erfolgsabschätzung, implizit wie explizit.
Wichtig dabei ist es zu erkennen, diese Glaubenssätze, das Glaubenssystem ist NICHT statisch. Es kann angepasst und verändert werden. Erfahrungen lehren uns neue Glaubenssätze und korrigieren, mitunter schmerzhaft, weitere.
Wir können bewusst Glaubenssätze und Systeme aufbauen. Wir können uns bewusst für positive Glaubenssätze oder für negative entscheiden.
Glaubenssätze sind *erworbene Wahrnehmungstendenzen, die unsere Kommunikation mit uns selbst in einer konsistenten Weise beeinflussen*. Das Problem bei Glaubenssätzen ist, dass es hier eine Hierarchie gibt und gerade die tief prägenden Sätze nicht offensichtlich sind. Diese müssen uns bewusst werden, um entscheiden zu können, ob sie uns weiterbringen, oder nicht.
Unser Potenzial lässt uns handeln. Dieses Handeln führt zu Ergebnissen, welche unsere Glaubenssätze formen, die wiederum unser Potenzial erweitern oder einschränken! Ein rückgekoppeltes System, super, um ins Chaos abzugleiten :) .
Wichtig dabei ist es zu erkennen, diese Glaubenssätze, das Glaubenssystem ist NICHT statisch. Es kann angepasst und verändert werden. Erfahrungen lehren uns neue Glaubenssätze und korrigieren, mitunter schmerzhaft, weitere.
Wir können bewusst Glaubenssätze und Systeme aufbauen. Wir können uns bewusst für positive Glaubenssätze oder für negative entscheiden.
## Glaube und Wahrnehmung
Glaube entsteht durch die Wahrnehmung unserer Umgebung. Sehen wir viel Misserfolg, so fällt es uns sehr schwer Erfolg für möglich zu halten. Je nachdem in welcher Umgebung wir aufwachen bauen wir Modelle für die Möglichkeiten die wir sehen in Form von Glaubenssätzen auf und leben dann danach. Das was ich sehe bildet die Grundlage für das, was ich glaube zu können. Diese Sätze könnten auch als Vorurteile gewertet werden. Hier ist auch wieder ein Querbezug zur Sprache zu sehen, die wir nutzen um diese Modelle zu artikulieren. Je nach Mächtigkeit meiner Sprache habe ich viele oder beschränkte Möglichkeiten der Ausdrucksweise und somit zur Artikulation meiner inneren Glaubenssätze.
Ereignisse, ob groß oder klein, können den Glauben beeinflussen. Z.B. können Erfahrungen über eine tolle Leistung positive Glaubenssätze aufbauen. Ebenso können negative Ereignisse Schutzmechanismen in Form von negativen Glaubensätzen erzeugen, die uns zukünftig vielleicht daran hindern, erfolgreich zu sein.
Wissen, z.B. aus Büchern und Filmen hinterlässt ggf. Eindrücke jenseits der eigenen Erfahrung aus denen wir auch Glaubenssysteme aufbauen können. Z.B. kann die Berichterstattung über Idole und Vorbilder oder auch wissenschaftliche Publikationen uns auch entsprechend prägen.
Schon mal Erfolg oder Misserfolg gehabt zu haben führt dazu, dass wir an unser Können glauben oder eben auch nicht.
Sich die zukünftigen Möglichkeiten vorzustellen führt auch dazu, Glaubenssysteme aufzubauen. Wenn man sich das Ziel klar vorstellen kann, so als hätte man es bereits erreicht, dann kann man sich dadurch in einen Zustand versetzen, der den Glauben stärkt, das Ziel zu erreichen. Wenn ich negativ in die Zukunft denke, manifestiere ich damit ggf. auch schon die größere Wahrscheinlichkeit des Scheiterns.
Glaubenssätze bestimmen unsere Handlungen und filtern unsere Möglichkeiten. Glaubenssätze können negative Auswirkungen auf das Ausleben meiner Gefühlswelt haben. Insbesondere dann, wenn ein Glaubenssatz mich daran hindert, meine Bedürfnisse wahrzunehmen, auszuleben oder ggf. auch nur darüber zu sprechen. Häufig fangen diese Glaubenssätze mit *man soll nicht...* oder *ich darf nicht...*. Mit solchen und ähnlichen Glaubenssätzen verbiete ich mir selber Handlungen und Bedürfnisse. Im Zweifel kann ich bestimmte Handlungen und Bedürfnisse nicht einmal denken, da meine Glaubenssätze Möglichkeiten filtern, die ich für unmöglich halte, bzw. diejenigen ausfiltert, die ich mir nicht vorstellen kann (weil mir der Glaube fehlt oder ich es nicht ausdrücken kann).
Nach [@karig2018] lernen wir Glaubenssätze bereits in der frühsten Kindheit. Sie bestimmen unter anderem, welche Ängste uns, im Zweifel nicht gerechtfertigt, ein Leben lang begleiten. Mit der *Ent-Bindung* machen wir uns auf die Reise in die Selbstständigkeit. Dabei wird uns vermittelt, das Liebe ein knappes Gut ist, ggf. ein Verlustgeschäft. Dieses prägt uns als Menschen und es ist eine typische Angst, die uns in die Muster des *Inneren Kindes* zurückfallen lassen. Die Eifersucht ist z.B. eine solche explizite Ausprägung so einer Angst.
Wir nehmen die Welt, bzw. das, was wir als Realität empfinden gefiltert wahr [@robbins2017a]. Dieser Filter wird bestimmt durch unseren aktuellen Zustand, welcher sich wiederum aus Glaubenssätzen und unseren physischen Zustand, bzw. unseren aktuellen Situation ableitet. Aus dieser gefilterten Realität, zusammen mit den Handlungsmodellen (Sichtweisen, ähnlich den Glaubenssätzen), die wir auf Basis der Glaubenssätze zur Verfügung haben, bestimmt sich, wie wir Handeln und damit, ob wir mehr oder weniger Chancen haben, ein Ziel zu erreichen.
Der aktuelle Zustand und die mir zur Verfügung stehenden Modelle führen zu meiner Handlung. Nach [@robbins2017a] kann ich die Modelle und den Zustand aktiv steuern und kontrollieren, wenn ich möchte und überlasse es so nicht dem Zufall, wie ich handle.
Glaubenssätze und Handlungsmodelle haben wir in der Kindheit auf Basis unserer Umgebung, Erziehung, Erfahrungen und Ereignissen und aus unserer Ausbildung aufgebaut (hier ist der Bezug zum *Inneren Kind*). Meistens machen wir uns bei unseren Entscheidungen keine Gedanken darüber, wie wir diese getroffen haben.
Aber wir können uns über die Glaubenssätze und Modelle hinwegsetzen, bzw. uns bewusst andere Modelle und Glaubenssätze zunutze machen.
Z.B. können wir versuchen, die Glaubenssysteme und Modelle unserer Vorbilder zu erkennen und unsere Modelle entsprechend durch diese ersetzen.
Damit erhöhen wir unsere Chancen, den Erfolg unserer Vorbilder nachzueifern.
Wir können neue Glaubenssätze etablieren, indem wir uns vorstellen, was wir uns in der Zukunft wünschen! Dadurch kann ich meinen Zustand ändern. Wenn wir uns vorstellen, das etwas nicht funktioniert, so steigern wir die Chance, dass es in der Tat nicht klappt.
## Glaubenssystem und Motivation
Bei [@leister2025] ist auch die Motivation eine spezielle Ausprägung eines Glaubenssystems. Dieses Glaubenssystem kann auch nach [@robbins2017a] transformieren.
Was genau ist Motivation? Wir als Menschen handeln und alle unsere Handlungen haben Gründe und diese Summe der Gründe, das nennen wir Motivation.
*Motivation ist die Gesamtheit der Beweggründe, die uns zu einer Entscheidung oder Handlung anregen.* nach [@leister2025].
Bei Motivation sind vier Fragen wichtig:
1. Welches Ziel möchte ich erreichen
2. Warum will ich es erreichen
3. Bin ich intrinsisch motiviert oder extrinsisch. Also für mich oder für jemand anderes
4. Wie stark/wichtig ist das Ziel und wie dringend möchte/muss ich es erreichen
Die Ziele und Gründe bilden so etwas wie ein System aus Glaubenssätzen.
Ich kann mich nun praktisch hinsetzen und meine Ziele entsprechend der vier Fragen bewerten und schauen, wie ich sie erreiche.
Die Ziele und Gründe muss ich formulieren können um sie dann mit Selbstdiziplin verfolgen zu können. Lt. [@leister2025] ist Selbstdiziplin nicht unbedingt gleichzusetzen mit Verzicht. Es geht vielmehr um das bewusste Treffen von Entscheidungen. Wenn ich z.B. einen Schokoriegel nicht esse, kann das als Verzicht gesehen werden. Es kann aber auch die bewusste Entscheidung sein, wegen Gesundheit und Körpergefühl auf den Riegel zu verzichten. Mit dieser Betrachtung der Selbstdiziplin kann ich sehr weit im Leben kommen.
## Glaubenssätze basieren auf Sprache
Nur jenes, was ich in Wörtern verbalisieren kann, kann ich denken, kann ich mir vorstellen. Das ist ganz wichtig zu verstehen. Dinge, für die ich keine Worte finde, kann ich nicht denken. Die Art, wie und welche Worte wir kennen und nutzen, steuert auch unsere Gedanken und Vorstellungen.
## Liebe ich mich?
## Phasen der Liebe
## Und wie wir da durch kommen?
## Was können wir tun, wenn es schief läuft?
## Aber brauche ich das überhaupt?
**Ich muss gar nichts außer schlafen, trinken, atmen und ficken und so pünktlich wie es geht meine Steuer abdrücken (Grossstadtgeflüster)**
Warum möchte ich denn unbedingt in Beziehung leben? Warum reicht es mir nicht, von einer Verliebtheitsphase einfach in die nächste zu gehen. Quasi von einem Rausch in den Nächsten. Ich hätte ein schönes, unbeschwertes Leben und müsste mir über viele Punkte, die ich hier vorher alle aufgeschrieben habe, keine Gedanken machen. Warum mache ich mir diesen Stress und die Arbeit an einer Beziehung, wenn ich von sequentiell oder auch gerne parallel immer wieder verliebt sein kann.
Ich weiß es nicht genau aber vielleicht, und das ist erst mal meine persönliche Meinung, ist es wichtig mit anderen Menschen in Beziehung zu stehen, von dehnen ich gerne gesehen werden möchte, wertgeschätzt werden möchte. Aber auch ich möchte diese Menschen wertschätzen und sehen. Ich glaube, die Grenzen zwischen Freundschaft und Liebe liegen dicht bei einander. Beides sind Beziehungen. Beides sind Entscheidungen füreinander. In Liebe und in Freundschaft sind die Menschen füreinander da. An Freundschaft und an Liebesbeziehung muss ich arbeiten, damit sie überdauern. Wenn mir eine Person wichtig ist, sei es aus Freundschaft oder Liebe, dann arbeite ich an dieser Beziehung. Wenn sie mir nicht wichtig ist, dann lass ich es.
Es bedeutet nicht, dass ich mit Menschen, die ich liebe, zusammen wohnen muss oder dass aus jeder WG Liebesbeziehungen entstehen (können aber ... hab ich schon erlebt). Es bedeutet auch nicht zwingend, dass wir nur eine Person lieben dürfen, obwohl wir alle so sozialisiert wurden.
Liebe und Freundschaft ist auch eine Chance, mich selber weiter zu entwickeln. Wenn ich "nur" von einer Beziehung in die nächste gehe, sobald die Verliebtheit vorbei ist, dann nehme ich mir die Chance, z.B. meine eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Ich brauche mir dann die Mühe nicht machen. Ob ich dann am Ende zufriedener bin oder nicht, mag ich nicht zu beurteilen.
Vielleicht das Wichtigste: Liebe ist eine Entscheidung. Liebe ist die Entscheidung, mit jemanden zusammen sein zu wollen und das völlig freiwillig. Ich kann mich jeden Tag neu entscheiden, ob ich mit jemanden zusammen sein möchte. Daraus resultiert, dass die Frage, ob ich eine Beziehung oder Liebe wirklich brauche (als erwachsener Mensch) vielleicht grundfalsch! Eher ist es so, wenn ich das Bedürfnis nach Liebe und Beziehung in mir artikuliere, ich eigentlich eher damit zum Ausdruck bringe, dass ich mir alleine nicht genug bin. Das meine Selbstliebe nicht ausreichend ist. Nur dann habe ich dieses Bedürfnis nach Liebe, oder ehrlicherweise eher nach Verliebtheit. Verliebtheit ist ein Gefühl, ein Bedürfnis, ähnlich wie Heroin. Damit kann ich eine zeitlang meine mangelnde Selbstliebe ausgleichen, aber es ist keine Entscheidung für jemanden. Sobald die Verliebtheit nachlässt, suche ich vielleicht schon den nächsten Rausch und so muss ich nie einem Menschen wirklich nahe kommen, weil ich nie liebe.
Die Frage, ob ich Liebe brauche formuliert einen Bedarf und ein Bedarf macht mich abhängig. Wenn ich mir diese Frage stelle, ob ich Liebe oder Beziehung wirklich brauche, dann ist die Antwort in diesem Moment NEIN, ich bin gerade nicht bereit, die Entscheidung Liebe wirklich frei zu treffen. Sehr wahrscheinlich mangelt es mir dann an Selbstliebe, die ich zuerst aufbauen muss.
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