Inneres Kind erweitert
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@@ -78,6 +78,185 @@ Wenn Ihr Euch mal versucht an die Kindheit zu erinnern, also wirklich zu erinner
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Unser inneres Kind kommt sehr häufig dann zum Vorschein, wenn wir in einer aktuellen Situation getriggert werden. Dieses getriggert werden ist in vielen Fällen eine unterbewußte Reaktion auf die aktuelle Situation, die unser Gehirn mit einer negativer Erfahrung aus unserer Kindheit assoziiert (im wesentlichen automatisch).
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Nach [@asano2023a] ist das *Innere Kind* eine Metapher für einen Teil des Unterbewusstseins. In diesem Teil des Unterbewusstseins sind u.a. die unschönen Erlebnisse aus der Kindheit gespeichert, in denen bestimmte Bedürfnisse nicht erfüllt wurden. Ggf. sind auch Bedürfnisse über einen längeren Zeitraum nicht erfüllt worden und dieses spiegelt sich unterbewusst im heutigen Verhalten und in der Reaktion auf bestimmte Situationen wieder, wenn wir entsprechend getriggert werden. Wird das *Innere Kind* aktiv, so steuert es das Verhalten des Erwachsenen mit ggf. negativen Konsequenzen.
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Was andere über Dich in Deiner frühen Kindheit, bis ca. 8 Jahren, sagen wird zu Deinen Glaubenssätzen und prägen Dich auch im Erwachsenen-Alter. Du glaubst das Alles und denkst auch selber so über Dich. Die Hintergründe, bzw. die Situationen, die zu diesen Glaubenssätzen geführt haben, sind ggf. tief im Unterbewusstsein verschüttet und wir können uns nicht mehr an diese erinnern. Wir haben da keinen Zugriff mehr drauf. Daraus wird aber unser Modell des *Inneren Kindes* aus.
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Wenn wir unterbewusst reagieren, meistens in negativer Form, dann sind das Schutzmechanismen unseres inneren Kindes. Nach [@asano2023a] gehen bis zu 95% der negativen Gefühle aus diesem *Inneren Kind* hervor und werden nicht durch die aktuellen Situation, in der wir uns als Erwachsener gerade befinden, ausgelöst bzw. gerechtfertigt.
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Häufig sind es nicht erwiderte Gefühle aus der Kindheit, die das Handeln unseres *Inneren Kindes* in der Gegenwart bestimmen:
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- nicht Geliebt werden
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- nicht angenommen werden
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- nicht Wert geschätzt werden
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- keine Sicherheit, auch emotional
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- keine Aufmerksamkeit, nicht gesehen werden
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- ggf. noch weitere
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Diese Bedürfnisse werden dann im Erwachsenenleben in den Beziehungen gesucht. Andere Menschen können die Bedürfnisse aber nicht auf Dauer erfüllen, nur Du bist hierfür verantwortlich. Wenn die Bedürfnisse dann nicht erfüllt werden (können), werden bei einem verletzten *Inneren Kind* dann folgende Strategien angewendet:
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- wir passen uns an die aktuelle Situation an, und gehen ggf. über unsere Grenezen (verbiegen)
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- wir versuchen mehr Leistung zu erbringen um Anerkennung zu erhalten (Burnout)
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- wir steigern uns in ein *Armes Ich* als eine Form von Selbstmitleid (mir geht es wieder schlecht, bitte kümmere Dich)
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- wir nutzen Fluchtmechanismen, z.B. durch Ablenkung
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- Retterstrategie
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Wie bereits gesagt, 95% der negativen Gefühle kommen aus dem *Inneren Kind*. Alle diese Gefühle sind etwas Gutes und hatten, bzw. haben entsprechende Funktionen, gerade in der Kindheit. Z.B. können wir Angst empfinden, wenn unsere Eltern nicht da sind. Unsere Bedürfnisse nach Nähe und Sicherheit können dann nicht befriedigt werden und es macht uns Angst, dass unsere Eltern nicht wieder kommen. Das Gefühl gibt uns einen Hinweis auf das, was uns an Bedürfnis ggf. fehlt, bzw. nicht erfüllt wurde.
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Damit wir unsere Gefühle nicht fühlen müssen, verdrängen wir diese gerne mit Ablenkung, wie z.B.: Fernsehen, Rauchen, Trinken, etc.
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Wenn die Gefühle aus dem *Inneren Kind* auftreten, handeln wir häufig getrieben durch eben diese. Diese Handlungen stellen die Überlebensstrategien des Kindes dar.
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Folgende kurzfristigen Strategien nutzen wir dabei häufig:
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- Anpassung
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- Ausrasten
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- Rebellion
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- Leistung
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- Armes Ich
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- Opfer
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- Jammern
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- Retten
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- Helfer- Syndrom
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- Unsichtbar machen
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- Krankheit
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- Clown spielen
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- Flucht
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Wenn wir nicht merken, dass wir diese Strategien anwenden, verfallen wir in unser *Inneres Kind*. aber wie merke ich es rechtzeitig. Hier hilft der Beobachter.
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#### Der Beobachter
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Das Erwachsene Ich ist sich seiner Gefühle bewusst und beobachtet sich selbst, um zu erkennen, wann sein *Inneres Kind* getriggert wird. Das *Innere Kind* kann dann nicht das Steuer übernehmen und das Erwachsene Ich kann das *Innere Kind* trösten.
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Aus diesem Grund ist der Beobachter des Erwachsenen ein sehr wichtiger Bestandteil des Ichs.
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Mithilfe Deines Beobachters merkst Du, wenn Dein inneres Kind getriggert wird, und das Steuer in Deinem Kopf übernehmen möchte. Wenn Du getriggert wirst kannst Du die Kommunikation über den Beobachter aufrecht erhalten und mit Deinem Partner auf diese Ebene wechseln, z.B. *Das was Du gerade zu mir gesagt hast, löst folgenden Trigger in mir aus.* Damit entschärft man den Konflikt und kommt auf einer Metaebene zueinander, ohne das die Abwärtsspirale sich weiter drehen muss.
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Hier eine kleine Seitennotiz: Was ist die Abwärtsspirale nach [@asano2023]:
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Die Spirale:
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1. Person A macht etwas und
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2. triggert damit Person B wegen
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3. verdrängter Gefühle in B, die dann wiederum
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4. Überlebensstrategien von B starten, welche wiederum
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5. Person A triggern wegen
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6. der verdrängten Gefühle von Person A, was dazu führt, dass
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7. Person A nun ihrerseits Überlebensstrategien anwendet, die wiederum
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8. Person B triggern...
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Dieser Abwärtsspirale aus Gefühlen und Strategien führt dann häufig zu einer Eskalation. Wenn die verdrängten Gefühle aufgelöst oder zumindest beobachtet werden, so können die Überlebensstrategien nicht zum Zuge kommen und die Spirale wird dadurch unterbrochen.
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Verdrängte Gefühle: Die negativen Emotionen aus der Kindheit (Wut, Trauer, Angst, etc.) kommen in den Beziehungen immer wieder an das Tageslicht. Diese Emotionen werden an dem Partner raus gelassen oder auch von ihm reflektiert. Wir erkennen oft nicht, dass nicht die Partnerschaft für diese Gefühle verantwortlich ist, sondern wir selbst. Wir können bewußt entscheiden, welche Gefühle wir zulassen wollen
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Der wichtige Punkt hier ist: *Erkenne, dass Du getriggert wirst!* Das ist nicht immer einfach.
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Zwei Punkte sind wichtig, damit wir in die Beobachterposition kommen:
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1. Aufrechte Haltung
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2. Bewusstes Atmen
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Beides kann trainiert werden. Achte auf Deine Haltung in wichtigen Gesprächen und bei Konflikten. Sitze oder stehe gerade. Das ist auch eine Wertschätzung für Deinen Partner.
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Trainiere bewusst das Fühlen und Beobachten Deiner Atmung. Beobachte aber auch Deine Atmung beim Zuhören. Du hörst dann aktiver auf das, was Dein Partner, Deine Partnerin kommuniziert. Auch beim eigenen Sprechen kannst Du auf die Atmung achten und bist dann Deiner Kommunikation bewusster.
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[@algermissen2024] geht hier einen etwas anderen Weg und beschreibt das Beobachten, bzw. die Erkenntnis, wann ich getriggert werde in 5 Schritten:
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##### Körpersignale
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Hier geht es darum einmal zu schauen, wenn ich in Situationen komme, in denen ich getriggert werde, welche körperlichen Signale entdecke ich bei mir, damit ich später bewusster auf diese in der Kommunikation mit anderen darauf achten kann. Hier ein paar Beispiele:
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- innere Anspannung / Unruhe
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- Hitze und/oder Schwitzen
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- Verkrampfungen
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- Druck oder Atemprobleme
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- Mit den Füßen wippen oder die Hände kneten
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- Fingernägel kauen
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- es gibt noch viel mehr
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Denke mal zurück, was bei Dir in den letzten Eskalationen mit Deinem Partner oder Deiner Partnerin passiert ist, wie es sich körperlich an gefühlt hat. Welche Signale sendet Dir Dein Körper?
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##### Themen bzw. Bedürfnisse
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Wenn Du feststellen kannst, wie Dein Körper in den letzten Eskalationen reagiert hat kannst Du vielleicht auch schauen, welches Beziehungsthema diese Reaktionen hervorruft, z.B.
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- nicht gegebene Freiheit
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- keine Sicherheit
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- alleine sein
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- mangelndes Vertrauen
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- nicht wahrgenommen zu werden / mangelnde Wertschätzung
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- keine oder zu wenig Empathie
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- sich nicht begehrt fühlen
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- weiteres…
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Überlege Dir gut, was der Auslöser sein könnte.
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##### Gefühle
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Wenn der Körper aufgrund eines Themas oder Bedürfnisses reagiert, welche Gefühle überkommen Dich da, z.B.:
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- Schuldgefühle
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- Ohnmacht / Kontrollverlust
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- Enttäuschung
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- Wut
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- oder was anderes
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##### Reaktion
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Jetzt ist es wichtig, festzustellen, wie Du reagiert, wenn Gefühle, Themen und Körperreaktionen in der Kommunikation anschlagen und Du getriggert bist, z.B.
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- Angriff / Aggressivität (aktiv und/oder passiv)
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- Flucht / Rückzug
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- Erstarren / Abschottung
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- oder andere negative Reaktionen
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##### Erkennen / Hintergrund
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Wenn Du diese Muster (Kombination aus Körper, Thema, Gefühl und Reaktion) betrachtest, kannst Du Dir z.B. folgende Fragen stellen:
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- Kenne ich diese Muster bereits und vielleicht auch woher?
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- Wann und wo habe ich diese Muster gelernt?
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- Wo haben die negativen Gefühle ihren Ursprung? Wann und wo ist mir das zum ersten Mal aufgefallen?
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- Welche Ereignisse in meinen wichtigen Beziehungen (Eltern; Liebesbeziehungen; Freundschaften) waren prägend?
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##### Trigger-Plan
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Auf Basis dieser Erkenntnisse kannst Du einen Trigger-Plan [@algermissen2024] aufschreiben. Hier zwei Beispiele von mir (Thomas):
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Wenn ich denke kontrolliert zu werden, reagiert mein Körper mit einer inneren Unruhe. Mein Bedürfnis nach Vertrauen und/oder Wertschätzung ist bedroht und ich fühle mich enttäuscht und ohnmächtig. Ich reagiere dann mit Rückzug oder Erstarren. Vielleicht liegt es in meiner Kindheit, dass mir wenig zugetraut und viel abgenommen wurde (bestimmt im guten Willen).
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Wenn ich merke, dass meine Partnerin vermeintlich sauer auf mich ist, weil ich vielleicht nicht so perfekt bin wie gewünscht oder vermeintlich nicht ihren Erwartungen entsprochen habe, merke ich, dass mein Körper anfängt zu wippen und ich unruhig werde. Meine Bedürfnisse nach Verständnis, Empathie, Wertschätzung werden nicht gesehen und ich fühle mich hilflos, ggf. grundlos Schuldig und habe Angst, die Beziehung ist bedroht. Es könnte daran liegen, dass in meiner Kindheit Konflikte in der Familie nicht ausgetragen wurden (Konfliktvermeidung) und ich auch schon verlassen wurde.
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Hier ein Beispiel von mir (Ines):
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#### Der Wächter
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Leider ist es oft nicht so einfach, per Beobachtung das Triggern des *Inneren Kindes* zu entdecken, bzw. zu verstehen. Wir reagieren oft sehr schnell unterbewusst, siehe auch: [Wie funktioniert das Gehirn](#wie-funktioniert-das-gehirn). Es kostet zum einen die Erkenntnis, was mich wie triggert und zum Anderen die Fähigkeit, die Anzeichen von Getriggert sein, rechtzeitig zu registrieren und dann noch entsprechend zu reagieren und die mögliche Eskalation abzuwenden.
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Unter Anderem wird das *Innere Kind* geschützt durch das Modell eines Wächters [@asano2023a].
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Der Wächter ist ein Verdrängungsmechanismus, aufgebaut aus unseren Glaubensätzen und Reaktionsmustern. Dieser Wächter passt auf unser *Inneres Kind* auf und ist verantwortlich für die schnelle Reaktion auf die (vermeindlichen) Bedrohungen, die uns in der Kommunikation mit anderen begegnen können.
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Der Wächter ist ein *Inneres Kind*, welches verborgene Angst vor Gefühlen hat. Es gleicht einem Kind, was die Augen zuhältst. Gefühle, die verdrängt werden, bleiben trotzdem da und suchen sich irgendeinen Weg.
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Jemand hat z.B. Angst, Nein zu sagen. Wegrennen nutzt nicht, da er nie nein sagt. Weg gucken und Wegrennen helfen nicht.
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Wie funktioniert der Wächter:
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flaches Atmen oder auch die oben genannten Körperreaktionen führt zu weniger fühlen damit kann ich Gefühle unterdrücken. Flucht ins Denken, nicht im Körper. Wenn ich im Denken bin, bin ich im Wächter (da sind keine Gefühle). Urteilen ist eine besonders starke Form des Denkens.
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- Denken trennt vor Gefühlen
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- Ob das Verdrängen ist, ist für mich eine Frage.
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- Ablenkung: Mich von mir selber abzulenken. Vom inneren Leben ablenken.
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Die Transformation, bzw. das Ändern dieser Muster kann nur über Gefühle gehen. Der Wächter steht vor der Tür und diesen müssen wir gefühlvoll und verständnisvoll überwinden.
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Was machen wir mit dem Wächter:
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Begegne ihm mit Dankbarkeit. Wegrennen und Kämpfen führt dazu, dass er nur noch größer wird. Nimm den Schutz dankend an. Sag dem Wächter Danke.
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Wie fühle ich wieder mehr?
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- tief atmen
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- Körper wahrnehmen und fühlen
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- Weniger von mir selber ablenken
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#### Das Innere Kind und Beziehungen
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##### Partnerwahl
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Lt. [@asano2023] ist es so, dass wir uns Partner, bzw. Partnerinnen suchen/anziehen, die entweder dieselben *Innere Kind*-Themen haben, oder unser *Inneres Kind* triggern. Er spricht dabei von einer unbewussten *Reinzinierung* unserer Kindheitstraumata.
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Da da dann beide Partner in der Beziehung ähnliche *Innere Kind*-Themen haben, führt dieses mit zunehmender Enge und zunehmenden Alltag, der gemeinsam verbracht wird zu immer mehr Konflikten in der Beziehung, die diese dann auch gefährden können. Folgende Muster treten dabei häufiger auf:
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- Beide glauben, sie sind im Recht
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- Beide glauben, sie sind das Opfer des anderen
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- Beide müssen sich verteidigen
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weil:
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- Der Gedanke: Der Andere ist das Problem! Das ist der Fehler
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- Inneres Kind: Ich bin das Opfer und ich muss mich verteidigen
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- Schuldprojektion als Schutzmechanismus des inneren Kindes
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Es ist wichtig, das *Innere Kind* zu heilen. Nur wenn das passiert ist, ziehen wir Menschen an, die ebenfalls *geheilt* sind und mit denen eine Beziehung ohne ständiges Triggern und ohne Spiralen möglich ist. Asano spricht dann von einer *gesunden* Beziehung[^4].
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### Unsere Glaubenssätze
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Glauben versetzt Berge und genau darum wird es in diesem Kapitel gehen.
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Reference in New Issue
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