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@@ -76,8 +76,97 @@ Wenn Ihr Euch mal versucht an die Kindheit zu erinnern, also wirklich zu erinner
### Unser inneres Kind
Unser inneres Kind kommt sehr häufig dann zum Vorschein, wenn wir in einer aktuellen Situation getriggert werden. Dieses getriggert werden ist in vielen Fällen eine unterbewußte Reaktion auf die aktuelle Situation, die unser Gehirn mit einer negativer Erfahrung aus unserer Kindheit assoziiert (im wesentlichen automatisch).
### Unsere Glaubenssätze
Glauben versetzt Berge und genau darum wird es in diesem Kapitel gehen.
Glaubenssätze bestimmen im Wesentlichen, wer wir sind und wie wir wahrnehmen und auch auf was, sowie wie wir darauf reagieren. Wertfrei kann ein Glaubenssatz als eine persönliche Meinung gesehen werden, von der wir überzeugt sind.
Sie entstehen in unserer Kindheit, durch Erziehung, unsere Umwelt, unsere Beziehungen und vieles mehr. Diese Glaubenssätze verankern sich tief in unserem Unterbewusstsein und agieren als *Inneres Kind*, ohne das wir darauf einen bewussten Einfluss haben.
Sie definieren sich durch unsere Sprache und filtern unsere Wahrnehmung. Sie entscheiden, ob wir erfolgreich sind, oder nicht, wie wir in Beziehungen leben, wie wir Grenzen setzen, welche Werte uns definieren und wie Wertschätzend und Achtsam wir kommunizieren. Glaubenssätze sind nicht statisch. Sie können sich ändern, sowohl aktiv durch ein persönliches Wollen, als auch passiv, durch alles, was uns passiert. Glaubenssätze treiben uns in Depressionen und tiefe innere Konflikte aber sie machen uns auch erfolgreich.
Wir können viele Glaubenssätze in uns tragen, die wir zu sog. Glaubenssystemen zusammen führen.
Ein Glaubenssatz, der mich persönlich prägte, wurde mir von meinem Opa mitgegeben und ich werde nicht müde, ihn immer mal wieder anzuführen: *Man gewinnt immer an Erfahrung (Herbert Hermann)*. Tony Robbins hat ihn in seinem Buch *Grenzenlose Energie* in etwa so erklärt: *es gibt keine Misserfolge, es gibt nur Resultate*. Durch solche Glaubenssätze können wir, in diesem Falle, positiv nach vorne blicken. Es gibt nach diesen Beispielen hier keinen Misserfolg. Auch wenn ich noch nicht mein Ziel erreicht habe mit einer Aktion, so bin ich doch um eine Erfahrung reicher, die mich entweder dichter an mein Ziel bringt, oder mir vielleicht im Resultat aufzeigt, wo ich nicht weiter langgehen sollte. So prägt mich dieser Glaubenssatz z.B. da zu, eher positiv nach vorne zu blicken. Meine persönliche Abwandlung dieser Glaubenssätze ist *Wird schon!* (Thomas Sindt).
#### Was sind nun konkret Glaubenssätze
Unser Glaube ist maßgeblich dafür verantwortlich, ob wir Erfolg haben, oder auch nicht. Es ist der Glaube, der ein Medikament in Form eines Placebos wirken lässt.
Glaubenssätze sind Sätze, die uns glauben machen wollen, dass etwas funktioniert oder auch eben nicht. Das etwas richtig oder falsch ist. Die Kombination dieser Glaubenssätze bestimmt, was wir in der jeweiligen Situation erreichen können oder eben auch nicht, wenn wir nicht daran glauben. Wir haben ein entsprechendes Glaubenssystem. Daraus folgt, nicht alle Glaubenssätze sind negativ. Aber Glaubenssätze, die negativ sind, z.B. *Es ist unmöglich, Erfolg zu haben, Lieben zu können, Nähe zu spüren, etc.*, schränken real unsere Möglichkeiten ein erfolgreich, glücklich oder was auch immer gewünscht ist zu sein. Diese negativen Glaubenssätze gilt es gehen zu lassen. Positive Glaubenssätze verstärken unsere Möglichkeiten auf Erfolg und diese gilt es zu behalten und nach Möglichkeit auszubauen.
Die Glaubenssätze, die wir vor allem in der Kindheit und im jungen Erwachsenenalter gelernt haben bestimmen darüber, was wir fühlen, wie wir uns fühlen und wie glücklich und/oder erfolgreich wir sind. Es ist deswegen wichtig, Deine negativen und verneinenden Glaubenssätze immer wieder auf den Prüfstand zu stellen (wichtig, Du musst sie auch erst mal als solche erkennen und wahrnehmen und auch annehmen).
Der Glaube, und somit auch direkt die Glaubenssätze scheinen direkt mit den Nerven verbunden zu sein. Das, was ich dem Gehirn durch meine Erwartungshaltung, ein anderes Wort für Glaubenssatz, sage, setzt dieses dann auch um. Der Glaube steuert auch die Interpretation der aktuellen Situation, des aktuellen Zustands und gibt dem Gehirn somit eine entsprechend gefilterte Repräsentation der Realität und steuert somit auch wieder direkt die sich für unser Gehirn daraus ergebenden Handlungsmöglichkeiten und deren Erfolgsabschätzung, implizit wie explizit.
Wichtig dabei ist es zu erkennen, diese Glaubenssätze, das Glaubenssystem ist NICHT statisch. Es kann angepasst und verändert werden. Erfahrungen lehren uns neue Glaubenssätze und korrigieren, mitunter schmerzhaft, weitere.
Wir können bewusst Glaubenssätze und Systeme aufbauen. Wir können uns bewusst für positive Glaubenssätze oder für negative entscheiden.
Glaubenssätze sind *erworbene Wahrnehmungstendenzen, die unsere Kommunikation mit uns selbst in einer konsistenten Weise beeinflussen*. Das Problem bei Glaubenssätzen ist, dass es hier eine Hierarchie gibt und gerade die tief prägenden Sätze nicht offensichtlich sind. Diese müssen uns bewusst werden, um entscheiden zu können, ob sie uns weiterbringen, oder nicht.
Unser Potenzial lässt uns handeln. Dieses Handeln führt zu Ergebnissen, welche unsere Glaubenssätze formen, die wiederum unser Potenzial erweitern oder einschränken! Ein rückgekoppeltes System, super, um ins Chaos abzugleiten :) .
Wichtig dabei ist es zu erkennen, diese Glaubenssätze, das Glaubenssystem ist NICHT statisch. Es kann angepasst und verändert werden. Erfahrungen lehren uns neue Glaubenssätze und korrigieren, mitunter schmerzhaft, weitere.
Wir können bewusst Glaubenssätze und Systeme aufbauen. Wir können uns bewusst für positive Glaubenssätze oder für negative entscheiden.
## Glaube und Wahrnehmung
Glaube entsteht durch die Wahrnehmung unserer Umgebung. Sehen wir viel Misserfolg, so fällt es uns sehr schwer Erfolg für möglich zu halten. Je nachdem in welcher Umgebung wir aufwachen bauen wir Modelle für die Möglichkeiten die wir sehen in Form von Glaubenssätzen auf und leben dann danach. Das was ich sehe bildet die Grundlage für das, was ich glaube zu können. Diese Sätze könnten auch als Vorurteile gewertet werden. Hier ist auch wieder ein Querbezug zur Sprache zu sehen, die wir nutzen um diese Modelle zu artikulieren. Je nach Mächtigkeit meiner Sprache habe ich viele oder beschränkte Möglichkeiten der Ausdrucksweise und somit zur Artikulation meiner inneren Glaubenssätze.
Ereignisse, ob groß oder klein, können den Glauben beeinflussen. Z.B. können Erfahrungen über eine tolle Leistung positive Glaubenssätze aufbauen. Ebenso können negative Ereignisse Schutzmechanismen in Form von negativen Glaubensätzen erzeugen, die uns zukünftig vielleicht daran hindern, erfolgreich zu sein.
Wissen, z.B. aus Büchern und Filmen hinterlässt ggf. Eindrücke jenseits der eigenen Erfahrung aus denen wir auch Glaubenssysteme aufbauen können. Z.B. kann die Berichterstattung über Idole und Vorbilder oder auch wissenschaftliche Publikationen uns auch entsprechend prägen.
Schon mal Erfolg oder Misserfolg gehabt zu haben führt dazu, dass wir an unser Können glauben oder eben auch nicht.
Sich die zukünftigen Möglichkeiten vorzustellen führt auch dazu, Glaubenssysteme aufzubauen. Wenn man sich das Ziel klar vorstellen kann, so als hätte man es bereits erreicht, dann kann man sich dadurch in einen Zustand versetzen, der den Glauben stärkt, das Ziel zu erreichen. Wenn ich negativ in die Zukunft denke, manifestiere ich damit ggf. auch schon die größere Wahrscheinlichkeit des Scheiterns.
Glaubenssätze bestimmen unsere Handlungen und filtern unsere Möglichkeiten. Glaubenssätze können negative Auswirkungen auf das Ausleben meiner Gefühlswelt haben. Insbesondere dann, wenn ein Glaubenssatz mich daran hindert, meine Bedürfnisse wahrzunehmen, auszuleben oder ggf. auch nur darüber zu sprechen. Häufig fangen diese Glaubenssätze mit *man soll nicht...* oder *ich darf nicht...*. Mit solchen und ähnlichen Glaubenssätzen verbiete ich mir selber Handlungen und Bedürfnisse. Im Zweifel kann ich bestimmte Handlungen und Bedürfnisse nicht einmal denken, da meine Glaubenssätze Möglichkeiten filtern, die ich für unmöglich halte, bzw. diejenigen ausfiltert, die ich mir nicht vorstellen kann (weil mir der Glaube fehlt oder ich es nicht ausdrücken kann).
Nach [@karig2018] lernen wir Glaubenssätze bereits in der frühsten Kindheit. Sie bestimmen unter anderem, welche Ängste uns, im Zweifel nicht gerechtfertigt, ein Leben lang begleiten. Mit der *Ent-Bindung* machen wir uns auf die Reise in die Selbstständigkeit. Dabei wird uns vermittelt, das Liebe ein knappes Gut ist, ggf. ein Verlustgeschäft. Dieses prägt uns als Menschen und es ist eine typische Angst, die uns in die Muster des *Inneren Kindes* zurückfallen lassen. Die Eifersucht ist z.B. eine solche explizite Ausprägung so einer Angst.
Wir nehmen die Welt, bzw. das, was wir als Realität empfinden gefiltert wahr [@robbins2017a]. Dieser Filter wird bestimmt durch unseren aktuellen Zustand, welcher sich wiederum aus Glaubenssätzen und unseren physischen Zustand, bzw. unseren aktuellen Situation ableitet. Aus dieser gefilterten Realität, zusammen mit den Handlungsmodellen (Sichtweisen, ähnlich den Glaubenssätzen), die wir auf Basis der Glaubenssätze zur Verfügung haben, bestimmt sich, wie wir Handeln und damit, ob wir mehr oder weniger Chancen haben, ein Ziel zu erreichen.
Der aktuelle Zustand und die mir zur Verfügung stehenden Modelle führen zu meiner Handlung. Nach [@robbins2017a] kann ich die Modelle und den Zustand aktiv steuern und kontrollieren, wenn ich möchte und überlasse es so nicht dem Zufall, wie ich handle.
Glaubenssätze und Handlungsmodelle haben wir in der Kindheit auf Basis unserer Umgebung, Erziehung, Erfahrungen und Ereignissen und aus unserer Ausbildung aufgebaut (hier ist der Bezug zum *Inneren Kind*). Meistens machen wir uns bei unseren Entscheidungen keine Gedanken darüber, wie wir diese getroffen haben.
Aber wir können uns über die Glaubenssätze und Modelle hinwegsetzen, bzw. uns bewusst andere Modelle und Glaubenssätze zunutze machen.
Z.B. können wir versuchen, die Glaubenssysteme und Modelle unserer Vorbilder zu erkennen und unsere Modelle entsprechend durch diese ersetzen.
Damit erhöhen wir unsere Chancen, den Erfolg unserer Vorbilder nachzueifern.
Wir können neue Glaubenssätze etablieren, indem wir uns vorstellen, was wir uns in der Zukunft wünschen! Dadurch kann ich meinen Zustand ändern. Wenn wir uns vorstellen, das etwas nicht funktioniert, so steigern wir die Chance, dass es in der Tat nicht klappt.
## Glaubenssystem und Motivation
Bei [@leister2025] ist auch die Motivation eine spezielle Ausprägung eines Glaubenssystems. Dieses Glaubenssystem kann auch nach [@robbins2017a] transformieren.
Was genau ist Motivation? Wir als Menschen handeln und alle unsere Handlungen haben Gründe und diese Summe der Gründe, das nennen wir Motivation.
*Motivation ist die Gesamtheit der Beweggründe, die uns zu einer Entscheidung oder Handlung anregen.* nach [@leister2025].
Bei Motivation sind vier Fragen wichtig:
1. Welches Ziel möchte ich erreichen
2. Warum will ich es erreichen
3. Bin ich intrinsisch motiviert oder extrinsisch. Also für mich oder für jemand anderes
4. Wie stark/wichtig ist das Ziel und wie dringend möchte/muss ich es erreichen
Die Ziele und Gründe bilden so etwas wie ein System aus Glaubenssätzen.
Ich kann mich nun praktisch hinsetzen und meine Ziele entsprechend der vier Fragen bewerten und schauen, wie ich sie erreiche.
Die Ziele und Gründe muss ich formulieren können um sie dann mit Selbstdiziplin verfolgen zu können. Lt. [@leister2025] ist Selbstdiziplin nicht unbedingt gleichzusetzen mit Verzicht. Es geht vielmehr um das bewusste Treffen von Entscheidungen. Wenn ich z.B. einen Schokoriegel nicht esse, kann das als Verzicht gesehen werden. Es kann aber auch die bewusste Entscheidung sein, wegen Gesundheit und Körpergefühl auf den Riegel zu verzichten. Mit dieser Betrachtung der Selbstdiziplin kann ich sehr weit im Leben kommen.
## Glaubenssätze basieren auf Sprache
Nur jenes, was ich in Wörtern verbalisieren kann, kann ich denken, kann ich mir vorstellen. Das ist ganz wichtig zu verstehen. Dinge, für die ich keine Worte finde, kann ich nicht denken. Die Art, wie und welche Worte wir kennen und nutzen, steuert auch unsere Gedanken und Vorstellungen.
## Liebe ich mich?
## Phasen der Liebe