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author:
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- Dr. Thomas Sindt
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date: 2025-10-26
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title: Behinderung und Gesellschaft
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reference-section-title: Literatur
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# Behinderung und Gesellschaft
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Mit dem Begriff der Behinderung bin ich in unserem Sprachgebrauch aktuell nicht einverstanden. Wenn wir sagen, ein Mensch "ist" behindert, so geben wir zu diesem Menschen eine Bewertung ab. Wir bilden damit eine Klassifikation. Wir benennen diese Menschen aus unserer Masse, unserer Gesellschaft heraus (nach [@guemuesay2020]) als "behindert".
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Dadurch packen wir sie in mentale Käfige und grenzen diese Menschen von anderen alleine durch die bewertende Benennung ("Du bist behindert") aus und ab. Entscheidend ist für mich dabei vor allem das Wort "ist". Wir können auf die Bewertung des Individuums verzichten und das "ist" durch ein "wird" ersetzen: "ein Mensch wird behindert". Behinderte Menschen sind nicht behindert, sie werden behindert!
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Ich bewerte den einzelnen Menschen damit nicht. Ich klassifiziere diesen Menschen damit nicht. Vielmehr sage ich damit, dass Menschen wegen ihrer Individualität von unserer Gesellschaft behindert werden. Ihre Eigenheiten und individuellen Bedürfnisse finden in unserer Gesellschaft keine, oder keine ausreichende Unterstützung. Unsere Gesellschaft ist nicht auf "Individualität" ausgerichtet, sondern auf "Normierung" und "Konformität". Wer nicht in diese Norm passt wird u.A. heute als behindert gewertet.
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Meiner Meinung nach sollten wir eher unsere Gesellschaft bewerten als die einzelnen Menschen! Wenn wir unsere Einstellung, unsere Glaubenssätze hier anpassen können und uns eine Gesellschaft vorstellen können, die die Individualität von Menschen nicht bewertet sondern alle gleichberechtigt mit einschließt und unterstützt, dann können wir diese vielleicht auch ändern. Wäre das nicht toll ...
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Thomas Sindt 2025
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01_Artikel/Grundlagen der Sprache und der Kommunikation.md
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01_Artikel/Grundlagen der Sprache und der Kommunikation.md
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author:
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- Dr. Thomas Sindt
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date: 2025-10-26
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title: Grundlagen der Sprache und der Kommunikation
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reference-section-title: Literatur
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# Grundlagen der Sprache und der Kommunikation
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Seit einiger Zeit beschäftige ich mich sehr intensiv mit dem Thema Kommunikation. Es ist ein sehr wesentlicher Baustein unseres Beziehungslebens. Ich habe mir viele Gedanken dazu gemacht, wo bestimmte Glaubenssätze und Einordnungen und Normen in unserer Gesellschaft entstanden sind. Dazu gibt es viele Bücher, die sich u.a. mit den gesellschaftlichen Normen auseinandersetzen und diese auch in Frage stellen. (siehe z.B. [@simon2021] oder auch [@hardy2020] und [@karig2018]). Hier wird viel auf die gesellschaftlichen Normen geschaut und diese werden auch in Frage gestellt und diskutiert.
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Aber erst im Buch [@guemuesay2020] wurde ich auf die wesentlichen und grundlegenden Aspekte aufmerksam, die zu einer entsprechenden Kategorisierung von Beziehungsmustern und Lebensmodellen (und noch viel mehr) führen. Es ist die Sprache der Masse, welche die Realität und die Normen, bzw. Kategorien schafft und es zum Teil sehr schwer macht, außerhalb des Erlebens dieser Masse Beziehungen (und auch vieles andere) zu denken und zu benennen.
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Grundlegend beschreibt und benennen wir mit Sprache unsere Wahrnehmung. Aber nur, wenn die Sprache mächtig genug ist, können wir das Wahrgenommene auch benennen. Daraus folgt auch, das, wenn ich etwas benennen kann, ich dieses auch besser wahrnehmen kann.
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Sprache ist der Stoff, aus dem unser Denken (und damit auch unser Handeln, siehe auch [@robbins2017a]) geformt wird, ohne das wir uns ggf. der Grenzen der Sprache bewusst sind. Wir betrachten die Welt durch einen eingeschränkten Blickwinkel auf Sprache und es ist wichtig, sich der Existenz solcher Grenzen bewusst zu machen, um sich vor starren Prämissen, Grundannahmen und Glaubenssätzen (siehe [@karig2018] und [@imlau2022]) zu schützen. „Das Bewusstsein für Grenzen relativiert die Dinge, die wir ignorant voraussetzen. Die Dinge, die wir als universal postulieren definieren sie doch nichts mehr als die Grenzen unseres Horizonts."
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Sprache wird von unbenannten Benennenden geformt und kuratiert (die Masse). Sie besitzen die Macht andere Menschen und auch Themen zu benennen und somit zu expliziten, besonderen zu machen. Damit üben die Benennenden die Macht über das Benannte aus! Dieses kann sich z.B. auch in entsprechend benannte Lebensmodelle etablieren, die von den Benennenden als Norm oder als Ausgrenzung genutzt werden können. Es kommt zu einer Klassifikation der benannten Lebensmodelle.
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Wenn die Benannten oder das Benannte nicht mehr genau zu ihrer Kategorie passen, dann merken sie/diese die Grenzen der Käfige, die durch die Definition mit Sprache geschaffen wurden. Sie merken die Ablehnung der Unbenannten Benennenden, die sie nicht mehr einfach benennen (kategorisieren) können.
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Im Kontext von Beziehungsmodellen kann das z.B. bedeuten, dass es zu Ausgrenzungen und Kategorisierungen von Menschen kommen kann, weil sie nicht nach der benannten Norm der benennenden Masse leben (wollen/können/möchten) (siehe auch [@simon2021] oder auch [@karig2018]).
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Neue, außerhalb der Erfahrung der Masse liegende Lebensmodelle führen somit in Teilen der Gesellschaft Ablehnung und Unverständnis. Kategorien und partikuläre Sichten der Benennenden werden in Sprache etabliert, indem Begriffe wie „universell“, "neutral", „rational“ und/oder „objektiv" verwendet werden. Somit werden aus eigentlich individuellen Perspektiven vermeintlich „universelle“ Einsichten, die in einer Gesellschaft verfestigt werden (böswillig könnten das auch Vorurteile sein).
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Wir Menschen brauchen in der Kommunikation allerdings Kategorien um über die Welt sprechen zu können. Die Welt braucht sie nicht! [@guemuesay2020].
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Kategorien werden dann zu Käfigen, wenn sie mit einem Absolutheitsglauben als universell und vollständig betrachtet werden und wir uns bei der Schaffung der Kategorien nicht unserer limitierten Sichtweise bewusst sind! Dieser Anspruch führt zu Ideologien und entsprechenden Kulturen, die daraus Macht ableiten und über die Kategorisierung legitimieren! Wir alle halfen dann diese Kategorien für Umfassend, weil wir in eine entsprechende Kultur hinein geboren worden und uns diese Kategorisierungen als universal erzogen werden (siehe Glaubenssätze [@imlau2022]). Wir werden uns dann der Grenzen nicht mehr bewusst!
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Gerade im Kontext von Lebensmodellen (aber bei weitem nicht nur da; z.B. auch bei Rassismus ist das ein ganz wesentliches Thema) führt dieses in der Kommunikation der Masse zu Ablehnung von neuen Ideen von Lebensmodellen jenseits der Monogamie (wie bereits oben genannt).
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Um das zu Ändern ist es wichtig, zu erkennen, dass das Aufzeigen unser aller Begrenztheit durch unsere Sprache nicht als Angriff gewertet wird, sondern von allen Menschen erstrebenswert ist, sich dieser Grenzen bewusst zu werden, um sie überwinden zu können! [@guemuesay2020].
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Objektivität gibt es nicht, können nur Näherungen auf Basis vieler Perspektiven geschaffen werden. Hierzu ist es notwendig, das freie Sprechen zu ermöglichen und in der Gesellschaft auch durchzusetzen. Freies Sprechen setzt die eigene Existenz ungefragt voraus. Es muss sich nicht erklärt oder verteidigt werden. Wenn wir nicht mehr mit den Augen "anderer auf uns selbst blicken, dann sind wir frei".
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Wir werden erst alle frei sein, wenn wir uns vom Absolut-Anspruch unserer Perspektive verabschieden und keine Perspektive steht über einer anderen.
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Damit andere Lebensmodelle in der Gesellschaft akzeptiert und auch integriert werden, ist es notwendig, dieses freie Sprechen über Lebensmodelle (und auch über vieles andere) als Standard zu etablieren. Leider ist unsere Gesellschaft noch weit von so einem Ideal entfernt.
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Wieso haben so viele Menschen denn Angst und fühlen vielleicht auch Hass gegenüber dem Neuen und vielleicht auch Unbekannten?
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Hass und Angst wird durch Entmenschlichung möglich, die durch rohe Sprache erzeugt werden kann, aber auch durch Abstraktion von Menschengruppen hinter der einzelne Menschen verschwinden. Diese Abstraktion erfolgt durch Kategorien (siehe [@guemuesay2020])!
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Kennen wir den Menschen als Individuum, so können wir diesen nicht mehr abstrahieren. Wir können Menschen, die wir kennen, nicht mehr nicht sehen. Wir haben Angst vor dem Neuen und Unbekannten, was uns daran hindert, unsere Sprache zu erweitern, bzw. Neues in die Sprache aufzunehmen. Damit manifestieren wir unsere Grenzen und beschneiden unsere Möglichkeiten, Neues zu erleben und zu kommunizieren.
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Vielleicht ist es auch deswegen so schwer über Liebe, Sex, Polyamorie und andere Themen zu sprechen, da wir durch die Kategorisierung Ausgrenzungen vornehmen oder auch mangels Erfahrung und mangels sprachlicher Möglichkeiten jedes Einzelnen, bzw. dessen Perspektiven zu eingeschränkt sind. Dadurch schaffen wir durch Sprache eine in Teilen eben nicht wertschätzende Kommunikation über das Anders sein, was bereits eine Ausgrenzung darstellt.
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Thomas Sindt 03.03.2025 Achim
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Erweiterung:
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Nach [@robbins2017a] :
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Je besser wir nach außen kommunizieren können, unsere Wünsche, Visionen, Gedanken, Ideen und Gefühle wir kommunizieren können, desto erfolgreicher werden wir (hierzu ist natürlich auch wieder Sprache notwendig). Dadurch steigert sich auch das innere Gefühl, Erfolg zu haben und äußert sich in Form von Glück, Freude und Begeisterung. Diese Gefühle sind ein Resultat, wie ich die Ergebnisse der äußeren Kommunikation im Inneren wahrnehme und sie mir dort in Form von innerer Kommunikation manifestiere.
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Ich schaffe mir die Realität durch Kommunikation, durch Sprache. Hier wird der Bogen zu [@guemuesay2020] gespannt, in der ebenfalls postuliert wird, wenn auch auf anderen Ebenen, Sprache schafft Realität.
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Thomas Sindt 12.06.2025 Freiburg
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01_Artikel/Grundlegendes zum Thema Wohlbefinden.md
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01_Artikel/Grundlegendes zum Thema Wohlbefinden.md
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author:
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- Dr. Thomas Sindt
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date: 2025-10-26
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title: Grundlegendes zum Thema Wohlbefinden
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reference-section-title: Literatur
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# Grundlegendes zum Thema Wohlbefinden
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Seit einigen Jahren nun schon bilde ich mich vielfältig weiter im Kontext von Selbstwert, Beziehungen und Kommunikation. Hierzu gibt es sehr viele, sehr gute Coachings, Literatur, Videos, Kurse, etc. .
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In meiner Wahrnehmung habe ich aber festgestellt, dass viele dieser Beratungs-Angebote häufig sehr spezielle Themen anreißen, wie z.B. "Inneres Kind" (siehe [@asano2023a]), Grenzen setzen (siehe [@imlau2022]), Bedürfnisse (siehe [@simon2021]) oder auch div. Kommunikationsthemen. Vieles davon ist sehr wichtig und gut.
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Bei genauerer Betrachtung der ganzen Themen und der dazugehörigen Literatur habe ich für mich herausgefunden, dass sie sich vielfach in ihren Kernaussagen unterstützen und häufig dieselbe Aussage mit Hilfe anderer Perspektiven zum Ausdruck gebracht werden.
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Z.B. sind die "inneren Kind" Themen sehr ähnlich denen, die mit Kränkungen einher gehen oder was die Bedürfnis-Erfüllung, bzw. deren Nicht-Erfüllung angeht. Auch das Thema Kommunikation von Bedürfnissen und dem Setzen von Grenzen liegt eine gewisse Ähnlichkeit inne. Hierzu finden sich auch noch viel mehr Querbezüge zwischen den verschiedenen Themengebieten.
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Als Quintessenz aus dem Ganzen habe ich für mich inzwischen folgendes raus gezogen (alle Punkte hängen inhärent miteinander zusammen):
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- Wir alle haben Bedürfnisse. Können wir diese Bedürfnisse nicht ausleben, geht es uns nicht gut. Warum können wir Bedürfnisse ggf. nicht ausleben?
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- Wir schränken uns selber ein, was das Ausleben der Bedürfnisse angeht, z.B. über Glaubenssätze ([@karig2018]), die uns ggf. mental vorschreiben, dass bestimmte Bedürfnisse in der Gesellschaft nicht akzeptiert werden (manchmal ist das auch gut! z.B. bei Verbrechen, die wir in der Gesellschaft nicht akzeptieren, oder wenn das Ausleben von Bedürfnissen andere gefährdet).
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- Wir können unsere Bedürfnisse nicht kommunizieren, weil wir vielleicht Angst haben, wie andere auf unsere Wünsche, Gefühle und Bedürfnisse reagieren, oder uns schlicht das Vokabular fehlt, uns auszudrücken ([@simon2021]).
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- Unsere Bedürfnisse, z.B. nach Zugehörigkeit, werden von Außen bedroht. Dadurch reduziert sich häufig unser Selbstwertgefühl, siehe [@metzger2025].
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- Wir sollten unser Selbstwertgefühl stärken:
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- Je weniger Selbstwert, desto schlechter oder negativer sehe ich die Welt. Je mehr Selbstwert ich habe, desto positiver sehe ich die Welt. Hieraus ergibt sich auch die Wichtigkeit, uns die positiven Ereignisse deutlich zu vergegenwärtigen (z.B. durch Positiv-Listen), damit wir mehr Selbstwert aufbauen. (siehe [@metzger2025])
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- Meine perönliche Meinung: Je höher das Selbstwertgefühl ist, desto selbstsicherer werde ich und kann vieles auch besser für mich entscheiden
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- Ich kann Glaubensätze mit mehr Selbstsicherheit und Selbstverständnis hinterfragen und somit ggf. besser meine Bedürfnisse ausleben, wenn sie nicht durch Glaubenssätze blockiert werden.
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- Ich kann meine Bedürfnisse mit mehr Sicherheit kommunizieren.
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- Wir sollten lernen, uns besser und auch klarer auszudrücken:
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- Wenn wir selber nicht verletzt werden wollen, sollten wir in unserer Kommunikation darauf achten, andere ebenfalls nicht zu verletzen. Wir sollten achtsamer kommunizieren (siehe [@simon2021] und [@imlau2022]).
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- Wir sollten ein grundlegendes Verständnis für Sprache aufbauen um zu verstehen, was können wir kommunizieren, wo sind unsere Grenzen der Kommunikation, welchen Einfluss auf unsere Wahrnehmung und auf unsere Ängste hat das (siehe [@guemuesay2020]).
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- Wenn wir unsere Bedürfnisse, Gefühle und Wahrnehmungen kommunizieren können, können wir diese ggf. auch viel besser ausleben [@simon2021]. Das lässt uns wieder besser fühlen (siehe oben). Ich erlebe vielleicht mehr Positives und steigere dadurch wieder mein Selbstwertgefühl.
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Im Wesentlichen lässt es sich zusammenfassen, wie es auch schon die Fantastischen 4 getan haben: "Ich denke also bin ich, denk ich positiv gewinn ich" (Die Fantastischen Vier: "Lass die Sonne rein").
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02_Bücher/01_DasLebenIstSchoen/99_Archiv/dasLebenIstSchoen.md
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02_Bücher/02_Atari8Bit/Atari8Bit.md
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# Atari 8 Bit Assembler Programmierung und Spieleentwicklung
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## Einleitung
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### Warum ein Buch für Atari 8 Bit?
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Mein erster Computer war ein Atari 800 XL, den ich mit 12 Jahren von meinen Eltern zu Weihnachten geschenkt bekommen habe. Zu diesem Computer habe ich also eine sehr emotionale Beziehung, da dieser für meine ganze weitere Laufbahn verantwortlich war und auch noch ist.
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Deswegen habe ich mich entschieden, bevor ich alles vergesse, meine Erfahrungen mit der Programmierung dieses Gerätes aufzuschreiben, damit vielleicht auch später noch Software für diese doch schon sehr alten Geräte geschrieben werden kann.
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In diesem Buch geht es hauptsächlich um die Programmierung in Assembler. Wichtige Themen, wie z.B. Spieldesign, stehen etwas im Hintergrund. Das liegt daran, dass es damals viel engere technische Grenzen gibt, von dem, was so ein Computer leisten kann. Heutige PCs oder Macs haben eine Milliardenfach höhere Leistung, als diese alten Homecomputer und es ich wichtig, die Grenzen zu kennen um bewerten zu können, wie realistisch ist eine Spiele Idee auf diesen alten Geräten. Es gibt wirklich gute Spiele auf den Ataris, die auch heute noch Spaß machen. Diese Spiele leben natürlich von einem guten Design, aber auch von einer sehr guten Kenntnis der Möglichkeiten. In diesem Buch geht es Hauptsächlich um die Möglichkeiten, die das System bietet, damit Ihr dann auch Eure Ideen dagegen bewerten und ggf. auch anpassen könnt. Das muss nicht zwingend ein Nachteil sein. Aufgrund der Limitierungen ist es gut möglich, innovative Ideen nach vorne zu bringen.
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Außerdem bringt die Implementierung in Assembler direkt auf der Maschine viel Spaß. Es wird wirklich direkt auf der Hardware, auf dem Prozessor, der Grafikeinheit und der anderen Chips programmiert. So etwas macht zumindest mir viel Spaß und kann auf vielen anderen Geräten heute so nicht mehr gemacht werden (zum Glück werden viele sagen :) ).
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### Was setze ich voraus
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Wenn Ihr dieses Buch lest, setzte ich ein grundlegendes Verständnis für Programmierung voraus. Also Erfahrungen z.B. mit Java, C++ oder C oder auch Typescript, oder etwas anderem. Also Zahlenformate oder grundsätzliche Programmtechniken, wie Schleifen, etc. streife ich nur sehr rudimentär.
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### Was ist ein Atari 8 Bit Computer?
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Ein Atari 8 Bit Computer besteht im Wesentlichen aus folgenden Komponenten:
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Die CPU ist ein MOS 6502 Prozessor. Dieser Prozessor kann einen Speicher von 64 KB (ja, echt, 64 Kilo Byte; heutzutage sind die meisten jpeg-Bilder größer) adressieren. Er verfügt über sechs Register, von denen drei frei zur Programmierung genutzt werden können. Diese Register können jeweils ein Byte an Daten aufnehmen (Ein Byte = 8 Bit). Damit lassen sich positive Zahlen von 0-255 darstellen. Im Prinzip kann dieser Prozessor Daten Byte-weise aus dem Arbeitsspeicher lesen, diese in den Registern manipulieren (logische Operationen; + und -), auf bestimmte Ergebnisse der Manipulation reagieren und Daten aus den Registern wieder zurück in den Arbeitsspeicher schreiben.
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Dann gibt es da noch den Antic Chip. Einen der ersten dedizierten Grafikprozessoren, welcher über eine eigene Programmiersprache verfügt, der sogenannten Display List. Zusammen mit dem GTIA Chip wird die Grafik des Systems erzeugt. Der Antic teilt sich zusammen mit der CPQ den Arbeitsspeicher. Das hat den Vorteil dass die CPQ schnell den Kontent der Bildschirmspeichers manipulieren kann. Der Nachteil ist, dass sich beide Prozessoren die Adress- und Datenbusse teilen und sich somit über die Zugriffe auf den Speicher abstimmen müssen.
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Für Sound und für IO steht noch der Pokey zur Verfügung.
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Es gab eine ganze Reihe von 8-Bit Computern bei Atari, die sich im Wesentlichen nur durch den verfügbaren RAM-Speicher unterschieden. Ok, die Optik hat sich auch über die Zeit verändert.
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- ATARI 400 / 800: Dieses waren die ersten Computer von Atari. Der Atari 400 hatte 16K RAM eingebaut und eine Folientatstatur. Der Atari 800 hatte 48 KB RAM und eine "richtige" Tastatur.
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- ATARI 1200 XL: Diesen gab es nur ganz kurz. Dieser Computer hatte 64 KB RAM und eine normale Tastatur. Die Gehäuseform wurde gegenüber den Vorgängern geändert.
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- ATARI 600 XL / 800 XL: Diese beiden Computer hatten die Optik des 1200 XL übernommen und lösten diesen auch ab. Der 600 XL wurde mit 16 KB ausgeliefert und der 800 XL mit 64 KB RAM (das war auch mein erster Computer :) ).
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- ATARI 65XE (oder auch 800 XE) / 130 XE: Diese beiden Computer lösten die XL Reihe ab. Von der Optik glichen sie den ATARI-ST Modellen der Zeit. Der 65 XE hatte 64 KB RAM und der 130 XE hatte 128 KB RAM.
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Ansonsten verfügen alle Modelle über eine maximale Auflösung (ohne Tricks) von 320x192 Pixel, über 4 Soundkanäle, 4 Sprites (Player) und 4 Missiles (die zu einem Player bei Bedarf zusammen gesetzt werden können).
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## Grundlagen des Atari 8 Bit Systems:
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### Genereller Aufbau:
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```plantuml
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@startuml
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nwdiag {
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network Prozessor-Bus {
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color = "black"
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// define group
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group Systems {
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6502 []
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ANTIC []
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GTIA []
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POKEY []
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PIA []
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RAM;
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ROM;
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}
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}
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network Serialer-Bus {
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color = "black"
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POKEY []
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// define network using defined nodes
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group db {
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Diskettenlaufwerk;
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Tape;
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Printer;
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}
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}
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}
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@endumlblack
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```
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#### 6502 CPU
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Kern des Systems ist der 6502 Prozessor, welcher mit 1,7 MHZ getaktet wird. Sie arbeitet mit 8 Bit Breite und kann einen 16 Bit Adressbus ansteuern, also maximal 64 KB adressieren.
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Der 6502 verfügt über sechs 8 Bit breite Register. Das heißt, die Register können Zahlen zwischen 0 und 255 aufnehmen.
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- Den Accumulator: Dieses Register dient in der Regel zum Laden, Speichern und Manipulieren von Daten. Eingeschränkt können das auch die anderen Register.
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- Das X- und das Y-Index-Register: Diese dienen häufig um Schleifen zu programmieren und Speicher.
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- Der Program-Counter: Dieser steuert den Ablauf der Programme und wird in der Regel nicht direkt manipuliert.
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- Das Statusregister: In diesem Register kann der Status des Prozessors ausgelesen werden. es beinhaltet 8 Flags (binäre Zustände), die zur Steuerung des Programmes genutzt. werden können. Diese Zustände verändern sich, je nach durchgeführter Operation und deren Ergebnis. Z.B. kann eine Subtraktion dazu führen, dass das Ergebnis "0" ist. Dieser Zustand kann in dem Register abgefragt werden (N oder Null-Flag). Oder z.B. kann eine Addition zu einem Ergebnis führen, welches über den Wert von 255 hinaus geht und somit nicht mehr im Akkumulator komplett abgebildet werden kann. In diesem Fall wird das sogenannte Überlaufbit (Carry Bit oder C) in dem Status gesetzt.
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Ein Blockbild des Prozessors ist hier zu finden: <[6502Chip.gif (897×925)](https://www.chessprogramming.org/images/c/c7/6502Chip.gif)>
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03_Privates/HowIMetYourMother.md
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03_Privates/HowIMetYourMother.md
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author:
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- Ines Sindt
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- Thomas Sindt
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date: 2025-10-26
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title: How I met your Mother
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subtitle: Die Ines und Thomas Story
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# How I met your mother
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## Die Story von Thomas
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### Vorher
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Es gab tatsächlich mal eine Zeit, bevor ich Eure Mutter Ines kennen gelernt hatte.
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Ganz vorne fange ich jetzt nicht an, also auch ich wurde geboren, ging zu Schule, machte eine Ausbildung, ging studieren und war gerade mitten am Schreiben meiner Doktorarbeit, als meine damalige Freundin mich betrogen hat. Und das war echt nicht nett. Ehrlich gesagt fand ich das damals richtig mies und ich war wirklich für eine kurze Zeit sehr eifersüchtig. Sie lid schon lange an Depression, aber als wir uns kennen gelernt hatten, hatte sie eine tolle Hochphase. Wir haben uns echt geliebt und es war eine total schöne Zeit, aber mit den Jahren wurde ihre Depression immer schlimmer und ich habe ihr einen Platz bei einer Kur verschafft, was, wie ihr sicher wisst, auch nicht leicht ist. Und wie es sich für eine richtige Kur gehörte, hatte sie sehr schnell einen Kurschatten kennen gelernt. Ich hab mich damals echt verarscht gefühlt. Ich organisiere das alles und sie hat nichts besseres zu tun, als mich dann mit jemand anderen zu betrügen. Zumindest war das damals meine Meinung. Heute bewerte ich das etwas differenzierter, aber das ist ein anderes Buch. Auf jeden Fall war ich dann sehr sauer auf sie und hatte so richtig die Nase voll von Frauen und Beziehungen.
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Hier vielleicht noch eine kurze Zwischenbemerkung: Ich Ende 1999 mit meinem Diplom fertig und bin zum Arbeiten erst mal mit meinem Kumpel Norman nach Hamburg gegangen. In der ersten Zeit bin ich von Bremen aus gependelt, bis ich in Hamburg eine Wohnung gefunden hatte. In der Zeit pendelte auch Ines und ich bin mir auch sicher, dass ich sie am Bahnsteig gesehen habe, aber wir haben da nie miteinander gesprochen. Es waren in der Regel auch immer die selben Leute, die dort morgens auf den Zug gewartet haben. Und ich war zu diesem Zeitpunkt noch mit einer anderen Freundin zusammen. Sie hat es mir später in der Tat mal bestätigt, dass wir uns eigentlich schon da das erste Mal gesehen haben.
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Ich richtete mir dann Anfang 2006 mein Leben neu ein. Hab mich in meinem Haus ganz wohl gefühlt, obwohl es zwischen Gitarren und Büchern doch eher wie eine Studentenbude aussah, was es bei genauerer Betrachtung ja auch war. Mit neuer Band und einigen Auftritten, wie auch beruflich und auch sonst ging es mir in Walle auch ohne Beziehung sehr gut und eigentlich hatte ich nicht so schnell vor, diesen Zustand zu ändern ...
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*Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt*[^1]. Zu dieser Zeit begab es sich, dass mein Freund Michael aus Osnabrück massiv Stress hatte und er, nachdem sich seine Freundin damals ganz unschön von ihm getrennt hatte, mich fragte, ob er mich mal in Bremen besuchen könnte. Er müsste mal raus.
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### Samstag der 15.07.2006
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Gesagt, getan. Michael kam am zu mir zu Besuch und wir haben es uns mit viel Bier und Pizza gut gehen lassen, haben Musik gemacht und sind dann rüber in meine Stammkneipe, dem Hart Backbord, welches an diesem Abend ihr 25 jähriges Jubiläum mit viel Freibier gefeiert hat. Dort haben wir noch einige Kumpels getroffen und gefeiert. Allerdings dachte ich so bei mir, wenn Michael extra aus Osnabrück nach Bremen fährt, dann sollten wir doch mehr machen als einfach nur in der Kneipe zu sitzen. Da Michael eher Rockmusik mag, haben wir beschlossen, ins Shagal zu gehen. Eine Disco in Bahnhofsnähe. Dort wurde an diesem Abend auch sehr harte Musik gespielt und wir hatten da viel Spaß …
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### Shagal
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Im Shagal haben wir dann natürlich noch weiter getrunken und wir wurden dann auch immer ausgelassener und feierten recht ordentlich. Mitten in der Nacht wurde dann ein doch recht hartes Lied gespielt, an dessen Titel und Interpret ich mich leider nicht mehr erinnern kann. Aber bei diesem Lied war ich auf der Tanzfläche und es war recht hart. Ich wr gut drauf und es wurde wild gesprungen und dabei hab ich wohl nicht so recht aufgepasst, was um mich rum so passiert. Ich hab dann zu einem neuen Sprung angesetzt und dabei übersehen, dass gerade jemand über mir war und so kam es, wie es kommen musste und ich sprang dieser Person mit meiner Schulter direkt gegen den Unterkiefer. Die junge Dame hielt sich den Mund und war auch echt irgendwie sauer und verließ schnell die Tanzfläche. Ich selber hatte dann auch ein schlechtes Gewissen bekommen und fing an nach ihr zu suchen um zu schauen, ob alles in Ordnung ist.
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Ich hab sie dann tatsächlich schnell gefunden und gefragt, ob alles OK ist. Sie war schon recht sauer. Als sie dann fragte, ob mein Haar wirklich blond sei, war ich überzeugt, dass alles gut war. Sie gefiel mir auch sofort und ich hatte bei ihr ein unbestimmtes gutes Gefühl.
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So kamen wir damals ins Gespräch und sie stellte sich als Ines vor. Ein wichtiger Moment war dann, als sie von de Bremer Aufbaubank sprach und ich punkten konnte indem ich sagte, dass ich die Bank tatsächlich kenne[^2]. Wobei *kennen* eher wage war. Ich kannte sie ganz grob, weil ich in der Uni unter anderem Anträge für Projektfinanzierungen geschrieben hatte und die Bremer Aufbaubank auch Fördergelder bereit stellte (ok, langweiliges Thema, also zurück ins Shagal).
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Wir haben uns dann den ganzen Abend super unterhalten und Michael hab ich dann schon fast vergessen. Zum Glück war ich so schlau und hab ihr meine Uni- Visitenkarte gegeben. Schweren Herzen musste ich dann wieder los. Um fünf sind Michael und ich dann nach Hause und um Neun stand ich wieder im Proberaum, weil ich mit der Band verabredet war, den Sonntag aufzunehmen und da ich neben meinem Job als Gitarrist auch für die Produktion verantwortlich war, musste ich noch ein wenig früher da sein, um alles aufzubauen und einzurichten. Michael ist dann tatsächlich mit dem Auto zurück nach Osnabrück gefahren und ich hatte ein wenig ein schlechtes Gewissen. Zum einen, weil eher doch eher mit zu viel Alkohol im Blut Auto gefahren ist und zum anderen, weil ich den Abend in der Disco mich fast nur mit Ines unterhalten habe und ihn dabei fast vergessen. Ich meine, was ist das für eine Aktion. Mein Freund kommt extra aus Osnabrück nach Bremen um sich von seiner Trennung abzulenken und ich hab nichts besseres zu tun, als zu flirten …
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### Strandbar
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Sonntag hab ich dann den ganzen tag noch drauf gewartet, was von ihr zu hören aber es kam nix. Naja, ich war noch nie der Geduldigste. Aber es geschehen noch Zeichen und Wunder und so geschah es auch bei uns, dass wir uns gleich zu Beginn der Woche Mails geschrieben haben und ich war so frech[^3], zu fragen, ob wir uns mal verabreden wollen und tatsächlich war Ines nicht abgeneigt. So haben wir uns dann für den Mittwoch verabredet und uns nach der Arbeit auf dem Marktplatz in Bremen getroffen. Gemeinsam sind wir dann zur Strandbar an der Stefaniebrücke runter gegangen und haben uns dort in den Sand gesetzt, welcher extra dort für die Bar aufgefahren wurde. Leider gab es die Strandbar nur das eine Jahr dort an der Stefaniebrücke, aber ich schweife ab…
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Wir unterhielten uns den ganzen Abend lang sehr angeregt und sie wurde mir auch immer sympathischer. Leider hat sie mir dann erzählt, dass sie im Schnoor mit ihrem Freund zusammen wohnt[^4]. Da war ich dann doch ein wenig enttäuscht, wobei ich ja auch eigentlich gar keine neue Beziehung wollte, nachdem die letzte so blöd endete. Aber wie das Schicksal zu spielt wurden wir beide uns immer sympatischer und ich hab mich so richtig wohl mit ihr gefühlt. Es wurde immer später, kälter und dunkler und so kam es, dass wir uns dann Arm in Arm wiedergefunden haben. Dann haben wir uns endlich nach anfänglichen Zögern geküsst und das war super. Ich war von da an, wie auf Wolke sieben. Das haben wir dann die ganze Nacht so weiter gemacht und ich hatte ein total tolles Verliebtheitsgefühl und war super glücklich[^5]. Irgendwann hab ich sie dann nach Hause gebracht und wir haben uns mit einem Kuss verabschiedet. Ich saß dann noch bei mir zuhause im Hof und hab noch ein Bier getrunken. An Schlafen war nicht zu denken und der nächste Tag auf der Arbeit war auch nicht so sonderlich produktiv, aber ich war sehr glücklich…
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### Das Viertel
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Nach der Strandbar haben wir uns erst mal fast zwei Wochen nicht mehr gesehen. Das Wochenende drauf war ich mit der Volleyball-Mannschaft in Dangast auf einem Tunier, was aber wegen schlecht Wetter fast ausgefallen wäre.
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Ich hatte dann tasächlich eine Zeitlang geglaubt, ich hätte das nur geträumt. So toll kam mir das vor und gleichzeitig hatte ich eine latente Angst, dass das alles gar nicht wahr wäre oder Ines sich dann doch noch anders entscheiden würde. Aber dann haben wir uns doch wieder getroffen und alles war super. Wir waren echt total ineinander verliebt.
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Etwas später ist Ines dann noch aus dem Schnoor ausgezogen. Sie hatte dann eine kleine Wohnung im Schnoor zur Untermiete. An ein paar Dinge kann ich mich dann auch noch erinnern. Wir haben da gekocht und im Radio lief *Gefühlsecht* und eine Frau sollte schätzen, wie lang der Schwanz von Long John Silver, einem Pornodarsteller ist. Sie sagen 1,40m!
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Eines Abends sind wir im Shagal verabredet gewesen und haben uns vorher noch geliebt in dieser Wohnung. Als wir dann da ankamen waren auch ein paar Freunde/Kollegeg:innen von Ines da. Die waren allerdings schon so betrunken, dass sie der deutschen Sprache schon icht mehr so mächtig waren.
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Wir haben uns auch in meinem Haus in Walle getroffen und ich erinnere mich noch an einen Abend, wo sie mich besuchen kam und ich noch in das Hart Backbord zum Stammtisch mit meinen Freunden wollte. Ihr erinnert Euch sicher noch vom Anfang der Geschichte. Ich hab mich dort jede Woche mit meinen Freunden aus dem Studium getroffen. Später kamen dann auch noch mehr Leute dazu. Naja, Ines hatte vor diesem Laden irgendwie eine heiden Angst. Sie dachte, da gehen nur Punks hin oder andere obskure Personen und sie wollte so gar nicht in diesen Laden rein. Aber ich konnte sie dann doch überreden und wir sind rein. Sofort hat sie einen guten Freund Ivel getroffen und dann später noch andere Menschen, die sie kannte und danach war das Eis gebrochen und wir sollten noch sehr oft ins Hart Backbord gehen[^6].
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Danach ist sie zu Untermiete in eine andere Wohnung im Viertel gezogen. Da haben wir uns dann auch häufiger getroffen. Es war eine echt sehr tolle Zeit. Ein paar sehr schöne, aber nicht jugendfreie Erinnerungen hab ich schon an diese Zeit.
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An viele Details erinnere ich mich leider nicht mehr so genau aber es gibt mir ein schönes Gefühl, wenn ich dann darüber nachdenke.
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### Ihre eigene Wohnung
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Nach einiger Zeit wurde ihre Wohnung an der Contrescarpe frei. Das muss so Anfang 2007 gewesen sein. Sie hatte diese Wohnung mit ihrem Exfreund Christian vor Jahren zusammen gekauft, erst selbst darin gewohnt und sie dann, als sie ins Schnoor gezogen sind, vermietet haben.
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Nachdem
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### Rügen
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Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich glaube, das war unser erster gemeinsammer Urlaub zusammen. Ich war ein wenig skeptisch ob das gut geht, hatte aber dann doch viel Spaß gemacht. Ich glaube, wi waren in Sassnitz und danach noch ein paar Übernachtungen in Stralsund.
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In Sassnitz hat es fast die ganze Zeit geregnet, wir haben uns aber trotzdem alles Mögliche angeschaut. Unser erster Urlaub war ein schönes Erlebnis.
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### Schwerin
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In Schwerin waren wir eher zufällig, Eigentlich wollten wir ganz woanders hin und hatten uns vorher im Internet informiert. Mit dieses Infos sind wir dann nach Bremen zum Bahnhof in das Bahn-Reisebüro und wollten genau diese Reise buchen. Wir mussten allerdings feststellen, dass die Bahn im Internet und im Reisebüro zwei unterschiedliche Firmen waren und unser Angebot leider nicht verfügbar war. Deswegen hatten wir dann, weil wir schon mit Koffern am Bahnhof standen einfach das nächstbeste Angebot gebucht und das ging nach Schwerin.
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### Island
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Island war eine tolle Idee von Ines. Neben der tollen Insel mit all den Sehenswürdigkeiten, Gletschern, Vulkanen, etc.
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Ich kann mich noch gut an die Horde Schotten erinnern, die vom Shuttle-Bus nicht ins Hotel gebracht werden wollten, sondern direkt in die nächste Kneipe. Wir haben uns eh gefragt, was die Schotten da alle auf Island gemacht haben. Es stellte sich raus, dass in der Zeit, in der wird da waren Schottland gegen Island gespielt hat (Fussball; EM-Qualifikation). Wir haben uns da auch das Stadion angeschaut. Es gab da eine Holztribühne und es pasten ca. 9.000 Leute in das Stadion. War schon lustig.
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### Der erste Kinderwunsch
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Es war, wenn ich mich so richtig erinnere 2008/2009 als wir gemeinsam beschlossen haben, Eltern zu werden. Eigentlich wollte Ines nie Kinder, aber sie meinte, mit mir könne sie es sich gut vorstellen Mutter zu werden.
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Tatsächlich hat es dann auch sehr schnell geklappt und Ines wurde dann schwanger. Wir haben uns beide riesig gefreut und ich bin mit Ines zum ersten mal mit zum Frauenarzt zur einer der ersten Untersuchungen. Leider hat das Kind da schon keine Herztöne mehr von sich gegeben. Es war ein total verstörend und hat mit (und natürlich auch Ines) stark mitgenommen. Ich hab mich sehr auf den Termin gefreut und bin total traurig mit Ines dann nach hause. Wir haben uns dann noch zwei Wochen gegeben und haben fest daran geglaubt, dass das Kind noch einen Herzschlag bekommen würde, hat es aber leider nicht.
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Anschließend musste der Embryo dann medizinisch entfernt werden. Dazu musste Ines ins Krankenhaus und ich konnte nicht mitkommen. Ich hab Ines da im Stich gelassen. So eine Situation ist sehr schwer zu verarbeiten. Das hat uns beide ganz schön mitgenommen und wir haben länger darüber nachgedacht. Aber wir sind dann zu dem Schluss gekommen, dass wir es doch weiter versuchen wollen. In der Stadt sind uns dann immer die Frauen mit Kinderwagen aufgefallen, die plötzlich überall waren und uns dann leider auch immer daran erinnerten, dass es bei uns nicht geklappt hat. Wir haben dann noch viele verschieden Methoden, wie z.B. Temperaturmessungen und Bücher mit Terminen, etc. . Leider ist Ines dann lange nicht schwanger geworden. Als es dann endlich wieder geklappt hatte, haben wir das Kind auch sehr schnell wieder verloren. Ich weiß nach, dass wir an dem Abend im Waller Hafen auf einem Nena-Konzert waren, als Ines dann merkte dass die Regel wieder einsetzte.
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Wir haben es dann noch einmal mit künstlicher Befruchtung versucht, aber auch das hat nicht funktioniert (die Details, wie Samentest und Ornanieren lasse ich jetzt mal aus).
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Danach haben wir dann beschlossen, dass wir wohl kinderlos bleiben werden. Es kam dann natürlich doch anders.
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### Walle
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Ich wusste damals gar nicht, dass Ines mit meinem Freund Björn über die Liebe gesprochen hatte und Björn wohl so sinnbildlich meinte, wenn man nicht zusammen wohnt, liebt man sich wohl nicht richtig. Das muss so um 2010 rum gewesen sein. Eigentlich ging es uns total gut. Ines hatte ihre eigene Wohnung und ich wohnte in Walle in meinem Haus und wir haben uns in der Woche und am Wochenende immer *gedatet* und das hat auch viel Spaß gemacht. Aber nachdem sie mit Björn über dieses Thema gesprochen hatte, haben wir über das Zusammenziehen nachgedacht. Irgendwie war mir auch nicht ganz wohl damit, weil ich noch nie mit einer Partnerin zusammen gewohnt habe und auch Ines hatte nicht so den Drang nach Walle zu ziehen, weil es ihrer Meinung nach zu weit weg vom Zentrum war. Und in der Tat genoss Walle nicht den besten Ruf.
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Wir haben uns dann im Sommer 2010 dazu entschieden, dass Ines zuerst *auf Probe* bei mir einzieht. Es war eine tolle Zeit und sie lebte wirklich zusammen mit mir in einem Haus.
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Ich kann mich noch an einen Abend erinnern, so gegen Mitternacht, als Ines meinte, sie würde gerne noch was essen gehen und ich sagte, einen Moment noch, ich möchte die Sendung im Fernsehn noch zuende schauen. Ines war sich sicher, dass dann kein Laden mehr auf hatte, aber es war kein Problem. Wir sind dann an die Ecke Elisabethstrasse, Waller Heerstrasse zu einem Türken gegangen, der auch um eins noch auf hatte und haben uns dort was zu essen bestellt. Zuerst waren wir die einzigen, aber dann wurde der Laden, der erst relativ neu aufgemacht hatte, schnell voll und wir sind da auch mit Leuten ins Gespräch gekommen. Es hat viel Spaß gemacht …
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Kurze Zeit später waren wir auf der Breminale und Ines wollte danach noch Wasser einkaufen gehen, da ihr eingefallen ist, dass wir keins mehr im Hause hatten. Nach der Breminale sind wir denn in Walle zu einem Kiosk gegangen (mitten in der Nacht) und dort haben wir noch was zu trinken bekommen, sind auch mit den Leuten ins Gespräch gekommen und sie haben uns dann sogar noch selbst gepflückte Johannisbeeren mitgegeben. Es war total nett. Es war irgendwie vergleichbar mit Urlaub im Süden. Wir sind viel mit den Leuten in Kontakt gekommen. Viele saßen in den Hauseingängen, die Kneipen und Restaurants waren toll und Walle war zum Glück bei weitem nicht so hipp wie das Viertel oder die Neustadt. Ines hat es dann doch sehr gefallen und sie ist dann wirklich in Walle in das Haus eingezogen …
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### Der Umbau
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Im Winter 2010-2011 war dann klar, das Ines bei mir in Walle einziehen wollte. Allerdings musste aus der Studentenwohnung ein echtes Heim werden. Wir haben dann zusammen Farben ausgesucht, Ines hatte eine Möbeltischlerei beauftragt und wir haben gemeinsam in langen Sessions das Haus dann so umgebaut, dass wir beide darin leben wollten. Das beste war ein neues Bett. Ich hab, glaube ich noch nie 3000€ für ein Bett ausgegeben, aber es hat sich gelohnt.
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Anfang 2011 war dann alles fertig und wir sind dann offiziell zusammen gezogen.
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### Die Hochzeit
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Eigentlich hatte ich nie vor zu heiraten. Ich war eigentlich immer der Meinung, dass die Liebe keine staatliche Verbindung benötigt. Da wir beide aber Kinderwunsch hatten und diesen auch in der Kinderwunsch-Klinik umsetzen wollten, mussten wir heiraten, um dann die Behandlungen von der Krankenkasse bezahlen zu lassen. OK, sehr romantisch, gebe ich zu. Ich hab Ines dann beim Bäcker Haferkamp in Walle gefragt, ob wir heiraten wollten. Sie hat dann auch tatsächlich sofort ja gesagt und schon waren wir verlobt.
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Eigentlich wollte ich die Hochzeit gerne einfach nur zu zweit feiern, aber Ines meinte zu recht, meine Mutter reißt mir den Kopf ab, wenn wir die Familien nicht zur Hochzeit einladen.
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Also haben wir uns den 15.07.2011 (Ihr könnt ja mal raten, warum) als Hochzeitstag ausgesucht und sind damit dann zum Standesamt.
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Als wir danach mal bei meinen Eltern waren, haben wir ihnen und Tante Hildegart da eine Einladung zur Hochzeit überreicht. Hildegart fing dann gleich an zu weinen und meinte, ob wir wüssten, was das für ein Datum ist. In der Tat war ich darauf nicht vorbereitet. Es war das Hochzeitsdatum meiner Oma Olinde (väterlicherseits), die am 15.07.1944 geheirtatet hatte. Zufälle gibt es …
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Wir haben dann auch tatsächlich am 15.07.2011 geheiratet. Wir haben einen tollen Tag mit der Familie auf dem Standesamt und in der Feuerwache verbracht und dann waren wir zwei verheiratet. Es wurde auch lange zur Tradition, dass ich Ines jedes Jahr einen Straus Rosen aus dem Laden nebenan zum Hochzeitstag besorgt habe. Das ging so lange gut, bis der Laden leider geschlossen wurde (ich hab wohl zu wenig Blumen gekauft).
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### Der Rhodos Urlaub
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Einen wunderschönen Urlaub hatten Ines und ich im Sommer 2012 auf Rhodos. Viele Details des Urlaubes hab ich leider schon vergessen, aber ein Event ist mir im Gedächnis geblieben:
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Wir sind eines Tages, das Wetter war nicht zu gut, einen Hügel zu seiner Kapelle am Strand hochgeklettert. Auf halben Wege haben wir dann festgestellt, dass diese Kapelle auch einfach über die Strase erreichbar wr, aber wir sind den Berg zu Fuss hoch. Oben angekommen hatten wir einen wunderbaren Blick auf das Mittelmeer.
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In der Kapelle stand ein Schild, welches erklärte, dass die Frauen auf Rhodos in diese Kapelle pilgerten, wenn sie schwanger werden wollten. Sollten sie nach dem Besuch ein Kind bekommen, sollte es den Namen des Klosters tragen. Tsambika bei einem Mädchen und Tsambiko bei einem Jungen. Es klingt nach einer schönen Geschichte und auf der Insel heißen auch einige Menschen so. Aber geglaubt haben wir dass nicht.
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Nach dem Urlaub war Ines wirklich schwanger und das Kind hat durchgehalten…
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### Hannes
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### Mia
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# How I maybe lost your Mother
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## Die Story von Thomas
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### Der Umzug nach Achim
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### Die ersten Jahre in Achim
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### Hannes und die Vorschule
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### Hannes und die Grundschule
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### Mia und die Tobias Schule
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### 2023
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### 2024
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### Jetzt
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[^1]: Alfred Hitchcock
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[^2]: Wann kann man(n) mit sowas schon mal angeben...
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[^3]: Entspricht gar nicht meinem Naturell. Eigentlich bin ich viel zu schüchtern. Auch wenn mir das keiner glaubt.
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[^4]: Es hat sich dann später raus gestellt, das Ines zwar noch mit ihrem Freund zusammen wohnte, dieses aber ihr Exfreund war. Sie hatten sich schon vor einiger Zeit als Paar getrennt. Nur um klar zu stellen: niemand hat jemanden betrogen oder ist Fremd gegangen.
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[^5]: Ein Gefühl, welches sich auch heute immer mal wieder einstellt, wenn ich an diesen Tag zurückdenke...
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[^6]: Eine Kneipe, die ich heute, wo ich in Achim wohne, wirklich vermisse. In keiner anderen Kneipe habe ich mich jemals wieder so zuhause und gut gefühlt, wie da.
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10_Notizen/99_Archiv/2025-12-04-Thursday.md
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created: 2025-12-04 20:52
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tags:: [[+Daily Notes]]
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# Thursday, December 04, 2025
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# Tägliche Aufgaben
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- [x] Laufen
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- [ ] Gitarre üben
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- [x] Tagebucheintrag
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# Heutige Aufgaben
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# Notizen / Tagebuch
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Heute früh hatte ich Ines eine Nachricht geschrieben, in der ich auf das gestrige Gespräch eingehe. Ich hoffe, sie hat mich nicht missverstanden. Ich meine es wirklich gut.Sie tut mir ein wenig leid, da sie zum einen versucht sich zu "normalisieren" und zum anderen bei sich selbst zu bleiben. Ich hab das Gefühl, sie weiß noch nicht so genau, was sie als "normal" definiert und ob sie wirklich so sein möchte.
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Ich persönlich denke, der einzige, der "normal" ist, bin ich und alle anderen sind nicht normal. Damit verliert die Normalität ihre Sinnhaftigkeit und ich muss mich nicht weiter darum kümmern :)
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## Die Positivliste für heute
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- ich hab mit Michi geschrieben. Ich liebe sie und die Verbindung, die wir haben.
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- Ich hab über Sabine nachgedacht. Gestern hab ich echt gesagt, ich liebe sie, als Ines mich fragte und ich meine das auch so. Zwar haben wir gerade kein Sex aber in der Tat fehlt er mir auch nicht. Sabine würde mir aber sehr fehlen. Es ist also etwas ganz anderes als Sex, was mich mit Sabine verbindet. Es ist echt toll. Ich glaube, Ines versteht mich hier nicht.
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- Hannes ist heute selbst zur rechten Zeit aufgestanden und total stressfrei zur Schule gegangen.
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- Ach, das Leben ist einfach schön!
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### neue Notizen heute
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List FROM "" WHERE file.cday=date("2025-12-04") SORT file.ctime asc
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### bearbeitete Notizen heute
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List FROM "" WHERE file.mday = date("2025-12-04") SORT file.mtime asc
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